Burnout: Was ist das?
Burnout ist ein stressbedinger innerer Zustand, der entstehen kann, wenn das Gedankenkarussell nicht mehr abschaltet, Distress (Dauerstress) zur Gewohnheit geworden ist und die daraus entstehenden Symptome behandlungsbedürftig geworden sind. Gedanken, Gefühle und meistens auch der Körper sind wie gefangen in einer riesigen Überlastungsspirale. Irgendwann aber sind die Batterien leer, der Mensch erschöpft.
Die Lebensenergie wurde (unbewusst) zu lange überstrapaziert und lädt nicht mehr richtig auf. Ab einem kritischen Punkt der Überlastung macht das System dann zu (Schutzmechanismus) und die Leistungs- und Funktionsfähigkeit sinken rapide: ein Burnout. Über 170 mögliche Symptome (nach Aussage Dr. Kalabic, Klinik Teufen, Schweiz), viele davon körperlich, können einen Burnout begleiten.
Diese Vielfalt von Symptomen führt dazu, dass ein Burnout auf der Ebene von Symptomen schwer abgrenzbar von anderen Störungen und Erkrankungen ist. Deshalb tun sich viele Ärzte und Experten schwer in der Diagnose. Spezifizierbar ist ein Burnout eher auf der kombinierten Ebene der kausalen Ursachen, wie Arbeitssucht und der Ebene der Symptomatik, wie Schlafstörung.
Was ist ein Burnout und wie entsteht er? Beitrag als Audiofile anhören.
Woher kommt diese Entwicklung zum Burnout?
Acht von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig, jeder Dritte steht unter Dauerstress. Das zeigt eine 2009 Studie der Techniker Krankenkasse (TK). Die Tendenz ist steigend.
Dauerstress und Burnout haben sich in den letzten 10-15 Jahren zu einem Massenphänomen entwickelt. Grund dafür ist wohl, dass für immer mehr Menschen das Leben geprägt ist von Leistung, Druck und Veränderung, ohne die notwendigen Freiräume, Know-how und Halt. Die daraus resultierende permanente Unruhe und Unsicherheit übersteigt das natürliche Anpassungspotenzial vieler Menschen. Das System steht irgendwann so unter Strom, dass ein einziger Tropfen (und der kommt bestimmt) das Fass zum Überlaufen bringen kann. Der Mensch kann nicht mehr. Wenn die Person dann keinen Ausweg findet, können sich im schlimmsten Fall hartnäckige, psychosomatische Störungen entwickeln.
Die begleitenden Warnsignale drücken sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich aus: Migräne, Konzentrationsschwäche, Rückzug, Erschöpfungsdepression, Tinnitus, Hörsturz, Herz-Kreislauf-Schwäche und Schlafstörung gehören dazu. Ohne baldige Entschleunigung und Entlastung, kann die Symptomatik der chronischen Erschöpfung mit der Zeit zu einem Gefühl der inneren Leere, Sinnlosigkeit und Lebenssinnfrage anwachsen. Damit dies erst gar nicht passiert, sollte man früher, idealerweise bereits als Vorbeugung sich um sich und sein nachhaltiges, individuelles Wohlbefinden kümmern.
Die äußeren Umstände, die eine Burnoutspirale mit in Gang setzen, sind vielfältig, von Person zu Person verschieden. Sie beinhalten, unter anderem, klassische Überarbeitung, Unterforderung, Mobbing, Trennung von Partner/Familie, die Möglichkeit des finanziellen Ruins, usw.
Entscheidend ob sich ein Burnout entwickelt, sind aber nicht die äußeren Umstände, sondern die innere Reaktion darauf und die individuelle Konstitution der Person. Man kann sagen,
auch wenn es für den Betroffenen oft anders erscheint, die äußeren Umstände initiieren die Überlastung, sind aber nicht die eigentliche Wurzel des Burnout. Die Wurzel ist der innere Umgang mit den Umständen und daran kann man arbeiten.
Die inneren Reaktionsmuster sind antrainiert, setzen sich zusammen aus langjährigen Gewohnheiten, Prägungen, Erziehung und tiefsitzenden Glaubensmustern. Sie entscheiden maßgeblich, ob sich die schwierige Situation in eine psychologische Störung, wie Angst, Erschöpfungsdepression und inneren Überdruck entwickelt oder ob es sich eben ›nur‹ um eine schwierige Situation handelt, mit der man umgehen kann und die früher oder später wieder vorübergeht.
Hinter jedem Burnout versteckt sich der verzweifelte Hilferuf eines Menschen nach Sinn, Halt und innerer Ruhe.
Dabei spielt es keine Rolle, ob das Burnout Syndrom offiziell diagnostiziert wurde. Man weiß selbst am besten, wann man am Ende ist, wann die Batterien nicht mehr richtig aufladen und man sich nicht mehr selbst helfen kann. Man müsste nur ehrlich mit sich sein. Da eine Erschöpfung jedoch auch organische Gründe haben kann, würde man auch von einem Experten, wie Arzt oder Heilpraktiker, diese möglichen Ursachen prüfen lassen und dann in den meisten Fällen ausschließen. Spätestens danach sollte die Person dann aber mit der Arbeit im Bereich der Stressmuster und Energiediebe beginnen.
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