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Flow Letter (Oktober 09) - Die Macht der Gedanken

BeitragVerfasst: Donnerstag 8. Oktober 2009, 15:34
von Falk
1. Die Macht der Gedanken

Ungeachtet der äußeren Umstände, basiert die innere Ursache von psychischer Störung, wie das Burnout Syndrom, chronische Angstattacken oder Depression auf einer Kombination von 3 Angewohnheiten: a.) permanentes Denken über Sorgen und Probleme; b.) regelmäßiger Krieg gegen "negative" Gefühle und c.) der Fixierung auf Falsch und Richtig, selbst wenn die Wahrheit anders aussieht.

Aus diesen Missverständnissen, deren Samen oft schon in früher Kindheit gelegt worden sind, entsteht der negative Gedankenkreislauf, der innere Lärm, der die Emotionen, den Körper und das Ich-Gefühl bestimmen kann. Wenn diese Gewohnheiten einen gewissen Grad von Intensität erreicht haben, kommt die Person automatisch in einen Teufelskreislauf von Unzufriedenheit, Erschöpfung und Unruhe. Die destruktive Auswirkung auf Körper, Geist und Seele, zeigt die Macht der Gedanken.

Nachdem die Gewohnheiten verinnerlicht worden sind und ihre schädliche Wirkung einen gewissen Grad überschritten hat, helfen in der Regel viele bekannte Hilfsmethoden nicht mehr aus, um das Boot wirklich zu wenden, sondern meist nur um die innere Krise etwas erträglicher zu machen.

Was kann eine Auszeit, wie, z.B., Urlaub, wirklich bringen, wenn innerlich die alten Programme ungehindert weiterlaufen? Eine Analyse, woher die Störungen rühren, vielleicht aus der Kindheit und warum sie da sind, kann zwar aufschlussreich und interessant sein und so auch positivierend wirken, aber Wissen alleine, führt noch lange nicht zu innerem Gleichgewicht und natürlichem Wohlgefühl. Bei positivem Denken, Affirmationen und Ablenkung verhält es sich ähnlich. Obwohl sie das Stimmungsbild aufhellen und so zur Entspannung beitragen können, ist es auf Dauer hochgradig erschöpfend, ständig vor der Negativität, vor der Angst und der Unruhe flüchten zu müssen. Auch neue Verhaltensregeln, dessen Befolgung zwar förderlich wäre, die man aber nicht wirklich authentisch fühlt, die nicht richtig zu einem gehören, wie sollen Zwang und Druck zu langfristiger natürlicher Gelassenheit führen?
Die Person muss wieder zurück zu sich, zurück zur Mitte finden. Dabei geht es um praktischen Selbstbezug, Selbstfindung, um Nähe zu sich selbst, mitten im Alltag, nicht separat davon "nur" während einer Yogastunde oder auf der Couch vertieft in einer Fantasiereise. Es geht um das Entdecken des unabhängigen Grundzustandes von stillem Wohlgefühl, unabhängig der Höhen und Tiefen des Lebens. Jeder kennt diesen Zustand vom Kind sein oder der Muse oder dem geliebten Hobby, auch wenn er konzeptionell neu oder intellektuell schwer nachvollziehbar erscheint.

Wie kann dieser heilsame Grundzustand angeregt werden? Er kommt von alleine und ganz mühelos zum Vorschein, wenn wir innerlich stiller werden, z.B., wenn man innerlich keine Worte benutzt und einfach in sich ruht. Versuchen Sie es einmal für einem Moment. Sprechen Sie einmal gedanklich nicht mit sich, denn die Sprache ist eigentlich entstanden aus dem Kommunikationsbedürfnis mit anderen Personen und gedanklich hilfreich für lineare Prozesse (Mathematikaufgaben, Budgetplanung, Busfahrpläne verstehen, Termine koordinieren, etc.), es gibt aber keinen praktischen Grund dafür ständig sich wiederholende Selbstgespräche zu führen.

Vielleicht spürt die Person jetzt für einen Moment bewusst inneres "angehalten sein" - kein Gedanke, eine nicht-Erfahrung. Man ist dabei still, wie eine Maus vor dem Mauseloch, darf aber komplett entspannt sein. Dieser Gap (engl. für Spalt) wirkt wie Medizin, setzt sie doch einen einfachen Impulse der Stille, der entgegen der gewohnheitsbedingten Gedankenfixierung wirkt. Der Mensch ist in diesem Moment bewusst anwesend, innerlich klar, auch wenn dieser Zustand zuerst noch ganz unscheinbar erscheint. Durch Gewohnheitsformung wird das Gedankenkarussell schnell weniger, der Teufelskreislauf wird durchbrochen und die Macht der Gedanken kann abnehmen. Der Mensch und sein inne liegendes Wohlgefühl kommt wieder zurück in den Vordergrund und gleichzeitig der nicht-lineare, stille Teil von Intelligenz: Intuition, Kreativität, Mitgefühl, Leichtigkeit und Zufriedenheit. Die Wirkung ist vielfältig und vertieft sich langfristig.

Noch eines, der Prozess, die Erfahrung und die Wirkung verlaufen anders, als der Verstand es sich in seiner Linearität ausmahlt. In diesem Prozess verhält sich der Verstand nämlich wie ein Dieb, der sich als Polizist verkleidet und anbietet auf den Schatz aufzupassen. Plötzlich ist man wieder in Gedanken und das Gedankenkarussell dreht sich. Nicht schlimm, denn wenn es einem auffällt, kann man ja wieder "angehalten sein", Momente reichen aus.
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2. Die Affenfalle

Bei einigen Eingeborenenstämmen in Indonesien, so erzählt man sich, werden Affen mit einer sehr einfachen, aber effizienten Methode gefangen. Oder besser gesagt, sie fangen sich selber. Man benötigt dafür einen Kiste mit einem kleinen Loch. Das Loch darf nur gerade so groß sein, dass die Hand des Affen hindurch passt. Und dann braucht man eine Frucht. Eine, die der Affe unbedingt haben will. Diese lässt man dann - gut sicht- und riechbar für den Affen - in die Kiste fallen. Der Affe kommt dann also, greift durch das Loch nach der Frucht, umschließt sie mit seiner Hand und versucht dann, seine Pfote wieder herauszuziehen. Das gelingt aber natürlich nicht, weil die zur Faust geschlossene Hand gemeinsam mit der Frucht nicht mehr durch das Loch passt.

"Gut", denkt man da, "Hand auf, Frucht fallen lassen, Finger raus - Andere Bäume haben auch schöne Früchte". Der Affe aber versteht das nicht, ist zu gierig auf die Frucht und bleibt so in der Kiste gefangen, bis ihn seine Häscher einsammeln und in einen Käfig stecken.
Oft verhalten wir uns ähnlich, stehen da, mit der Hand in der Falle und umgreifen die Frucht in Form von, zum Beispiel, vermeintlicher Stabilität, Konformität, falscher Erwartung, Hoffnung, mehr Geld und Status, ohne richtig zu merken, wie sehr wir eigentlich leiden und gefangen sind, nicht authentisch leben. Auf Dauer ist dies keine Lebensqualität.

Übrigens, am Ende noch eine Buchempfehlung: Quantenheilung von Dr. Kinslow. Ein schöner Ansatz, wie ich finde.

Re: Flow Letter (Oktober 09) - Die Macht der Gedanken

BeitragVerfasst: Freitag 11. März 2011, 13:55
von Tosshf
Die Affenfalle kennt man natürlich, "Die lustige Welt der Tiere" ( http://www.youtube.com/watch?v=3GTu2mND ... 15B4226E95 ) ;)
Die Schlüsse die du ziehst, sind logisch, aber wie gesagt nicht neu

Gruß Manuel

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TEFAF 2011 (!) http://www.finanznachrichten.de/nachric ... 11-006.htm