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Flow Letter (Sept 08) - Mit sich im Frieden sein

BeitragVerfasst: Donnerstag 18. September 2008, 20:04
von Falk
1. Mit sich im Frieden sein

Vor ein paar Jahren lernte ich eine ehemals weltbekannte Sängerin kennen. Nach einer Yogastunde erzählte sie mir von einer Übung, die sie gemacht hatte, um die Wurzel ihrer Wünsche zu verstehen. Denn obwohl sie materiell sich alles leisten konnte, von einer wunderbaren Familie umgeben war und auch spirituell Zugang zu allen möglichen Meistern genoss, hatte sie für sich erkannt, dass ihr trotzdem immer irgendetwas zum wirklichen Glück fehlte. Ein Grundgefühl von Mangel war, mit kleinen Ausnahmen, immer vorhanden und die Karotte des Glücks baumelte, wie eh und jeh, stetig in der Zukunft. Aber wie konnte das sein, nach all dem Ruhm, Erfolgen und Erfahrungen, die doch allesamt das Glück verhießen?

So setzte sie sich eines Tages hin und machte sich daran, alle ihre Wünsche, groß oder klein, aufzuschreiben. Obwohl sie sich viele ihrer Wünsche im Leben erfüllt hatte, kam dabei trotzdem noch eine beachtliche Liste zusammen. Als nächstes, nahm sie jeden einzelnen Wunsch und hinterfragte ihn. Sie wollte das grundlegende Motiv ihrer Wünsche kennen lernen. Sie fragte also, was die Erfüllung des einzelnen Wunsches ihr geben würde. Dabei kamen Antworten, wie Sicherheit, Bestätigung, Abwechslung, Identität, Familienglück, etc. heraus. Dann nahm sie diese Antworten und hinterfragte sie weiter. Warum ist Sicherheit, Bestätigung, Abwechslung, etc. mir wichtig? Was gibt es mir?

Sie fragte so lange, bis es nicht mehr weiter ging, bis es keine grundlegendere Ebene mehr gab. Und so stellte sie zwei bemerkenswerte Dinge fest, zum einen, dass alle ihre Wünsche, wenn sie sie hinterfragte, nur auf einen einzigen Wunsch hinausliefen und zum zweiten, dass all Wünsche sie zu ihrem Innersten, zu sich selbst führten. Es stellte sich heraus, ihr primärer Wunsch war innerer Frieden, versteckt hinter vielen unterschiedlichen Sekundär- und Tertiärwünschen. Sie sah, dass dieser Wunsch nach innerem Frieden die Basis aller anderen Wünsche war, die sie unbewusst in verschiedene Formen projizierte.

Egal wie erfolgreich, reich, berühmt, sicher, familienorientiert, religiös oder spirituell man ist, die Suche nach innerem Frieden innerhalb von Umständen, Formen, Gedankenwelten, persönlicher Geschichte und äußerer Rolle kann nie von wirklichem Erfolg gekrönt sein (selbst bei sehr erfolgreichen Menschen) und ist langfristig immer von einem Gefühl von Mangel begleitet. Als Mensch suchen wir permanent nach innerem Frieden, sei es im Beruf, in der Familie, in der Beziehung, in einer Gruppe, in einer Gemeinschaft, in der Firma, etc. Diese Suche ist ausgerichtet auf die äußere Form, auf Rollen, die wir spielen, aber im Wesen nicht wirklich sind. Und genau in dieser Unmöglichkeit sich in einer Rolle wirklich finden zu können, liegt die Wurzel des Ausgebrannt seins und der Entfremdung vieler Menschen. Man kann sich in nichts, was mach macht, langfristig finden. Kein Wunder, dass in Deutschland das Buch eines Komikers auf der Reise zu sich selbst, solch eine Kaufwut auslösen konnte ("Ich bin dann mal weg..." das meistverkaufte Sachbuch nach dem 2. Weltkrieg). Hapes Geschichte erinnert die Menschen an die eigene Suche nach mehr und auch die Möglichkeit, wieder zu sich zu finden.

Im vedischen nennt man die unbewusste Identifikation mit der äußeren Form "pragya aparadh", der Fehler des Intellekts. Der Fehler ist kein Fehler im Sinne, dass der Intellekt etwas falsch macht. Der Fehler beschreibt nur die Tendenz des Verstandes, sich mit der konditionierten Geschichte, die wir uns selber und anderen von morgens bis abends erzählen, zu identifizieren und dabei zu vergessen, wer, bzw. was wir in Wirklichkeit sind. Als Resultat des Verlustes von sich selbst (natürlich nur virtuell), befinden sich viele Menschen in einem permanenten, inneren Krieg, die eigentliche Ursache eines Burnouts.

Die alten Meister sagen, die Identifikation mit Rollen, Formen und Gedanken findet kein Happy End, kein innerer Frieden kann darin gefunden werden. Es ist das ewige Spannungsfeld von Freud und Leid, das uns eine virtuelle Welt voller Hoffnungen, Enttäuschungen, Wünschen und Ängsten vorgaukelt, die in Wirklichkeit nur in logisch-linearen Eventualitäten existiert. In all dem geistigen Lärm aus Informationen über uns und allem anderen, wo bleiben wir? Wo ist der Raum für das, was jetzt hier im Moment anwesend ist, lebendig, aber formlos, diese Zeilen ließt? Wer lebt die Gegenwart, wenn ich ständig in Vergangenheit und Zukunft verloren bin?

Innerer Frieden ist nicht etwas, was man sucht und findet oder macht, kein Objekt, sondern etwas das man ist, das Subjekt sozusagen, dass alle Objekte erst ermöglicht. Daher, das einzige was erforderlich ist, um inneren Frieden im Alltag zu realisieren, ist im Alltag zu erkennen, wer man ist. Wer ist hier, jetzt in diesem Moment? Wenn wir nach innen fühlen, uns in unserer Lebendigkeit verlieren, wer ist hier, ganz ungeschminkt? Ohne eine Antwort darauf finden oder geben zu müssen, dass zu erfahren, was wir wirklich sind, öffnet das Tor zu innerem Frieden. Ein Frieden, den nicht wir besitzen, sondern der uns besitzt.

Oder wie Franz von Assisi es einmal passend ausdrückte: "Das, nachdem wir schauen (innerer Frieden), ist das, was schaut".

2. Eröffnung des Human Flow Burnout & Kur Zentrums auf dem Schledehausener Berg

Vor wenigen Tagen haben wir auf dem besonderen Schledehausener Berg das Human Flow Burnout & Kur Zentrum eröffnet. Unsere Vision ist, dass diese Zentrum für Menschen aus der Region und ganz Deutschland eine strahlende Anlaufstelle wird, um wieder ein reiches und erfülltes Leben in den Mittelpunkt zu stellen. Das neue Zentrum nutzt die Räumlichkeiten der Ayurveda Klinik Veda Villa. So können wir Einzelpersonen und Gruppen noch bessere Möglichkeiten bieten, sich in einer idealen Umgebung aus Stille, Naturschönheit und Ganzheitsmedizin auf sich und die Human Flow Programme einzulassen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Hier entlang zu Bildern und Infos über das neue Zentrum: http://www.humanflow.de/vedavilla.html