Seite 1 von 1

FlowLetter (Mai 2011) - Der nachhaltige Mensch

BeitragVerfasst: Mittwoch 25. Mai 2011, 14:20
von Falk
1. Der nachhaltige Mensch

Die meisten Menschen, die das HumanFlow Zentrum besuchen, aber auch zunehmend mehr meiner Freunde und Bekannten, suchen aus Not heraus nach Werkzeugen und Wegen, um innerlich zur Ruhe zu kommen, normal ihren Alltag zu erledigen und wieder zufrieden leben zu können. Viele der Männer und Frauen aus der sozialen Mittel- und Oberklasse erzählen mir, dass sie sich im Funktionieren verloren haben und dass sie inmitten des Gewirrs aus Druck und Pflicht selbst keinen Ausweg mehr finden. Sie kommen nicht mehr raus aus der Mühle. Erschöpft sind sie. Klappe zu, Affe tot. Auf die Frage, was die Person denn gerne mache, welche Hobbies vorhanden seien oder was ihr Muse bringe, zucken viele mit müden Augen oft nur ratlos mit den Schultern. Viel enttäuschte Hoffnung ist zu spüren.

Aber diese Entwicklung zum inneren Dauerstress beobachte ich nicht nur auf der Ebene des Einzelnen, sondern auch in vielen der überoptimierten Firmen, dessen Mitarbeiter vor mir sitzen. Auffallend oft, sind es die Konzerne und Firmen mit US-amerikanischem Einfluss, in denen längst der menschliche Freiraum und die Nachhaltigkeit dem 1-Jahres Plan zum Opfer gefallen sind. Immer öfter kann ich der Person auf dem Stuhl vor mir nicht empfehlen in solch einem Umfeld weiterzuarbeiten. Arbeit sollte doch keine seelische und/oder körperliche Sklaverei sein. Auch wenn sie ein wichtiger Teil des Lebens ist, ist sie nicht alles, nur eben ein Teil des ganzen großen Tanzes.

Neben den ausgebrannten Individuen und den ISO-zertifizierten Denkfabriken, kann man diese strukturelle Überlastung in der EU Krise, in der Nahost Revolution, in der 2-Klassen Unterteilung im hiesigen Gesundheitswesen und bei Nahrungsmitteln, in der Politik, im Energiesystem und im Finanzsystem ebenfalls beobachten. Wenn man den Wissenschaftlern Glauben schenken darf, ist selbst die Natur zunehmend davon betroffen, leidet an chronischer Entzündung, fiebert, spuckt und schüttelt: Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tornados sind das Resultat. Alles scheint verbunden. Energie kennt keine Grenze.

Das Makrosystem knirscht und knarrt bedenklich. Nachhaltigkeit scheint wenig vorhanden zu sein. Wir stehen gemeinschaftlich vor einem gewaltigen Tsunami aus Druck, Enge, Kurzfristigkeit, Unsicherheit, Angst und Gier. Viele kämpfen ums Überleben, auch wenn der Hauptteil des Kampfes immer noch im Kopfe des Einzelnen stattfindet. Die Wirkung ist die selbe.

Der größte Wahnsinn an diesem Trend ist, dass der Zustand des psychischen Gestört-seins, die überdrehte Geschwindigkeit und der Dauerstress nicht nur gesellschaftlich akzeptiert, sondern sogar gefordert und vorausgesetzt werden. Mama Mia!

In solch einem getriebenen Umfeld aber liegt auch eine Chance, denn der Einzelne darf, bzw. muss sich umso dringlicher um sich selbst kümmern. Falls nicht, geht der Vorhang zu, früher oder später, aber längst bevor die Show eigentlich vorbei ist. Der trainierte Kopf will natürlich mehr und schneller, Körper und Seele machen aber nicht mehr mit. Sie sind klüger, glauben den Karotten vor der Nase nicht, denn sie kennen das Kleingedruckte. Hierbei geht es keinesfalls um Egoismus, sondern um Ehrlichkeit und Selbstverantwortung in Bezug auf Stressbewältigung und Lebensfreude. Das hat jeder Einzelne selbst in der Hand, kann niemand anders für einen machen, kein Partner, Kinder, Eltern, Firma oder Regierung. Ich bin gefordert.

Diesen FlowLetter möchte ich als ein Plädoyer für eine neue und mir scheint, notwendige Ausrichtung im allgemeinen Menschsein nutzen: Nachhaltigkeit. Es ist ein Anstoß, da Nachhaltigkeit im Kopf des Einzelnen beginnt, also in meinem Kopf. Sie ergießt sich aus meinem Erkennen in meine Handlung, springt über auf andere, auf Unternehmen, auf Nationen und in die Natur. Ganz langsam bewegt sich das Rad, denn dieser Prozess muss selber wachsen und gedeihen. Mir scheint, er ist glücklicherweise bei vielen Individuen schon längst im Gange. Ich glaube, dass in etwa 15 Jahren das Fach Nachhaltigkeit an Kindergärten, Schulen und Universitäten gelehrt wird. Mal schauen, wann wir offiziell lernen dürfen, wie man sich um sich kümmert, ohne ein Egoist zu sein. Seltsam, immer wenn ich mich mit diesem Thema befasse, kommt mir das Naturvolk der Navi in den Sinn (aus James Camerons Avatar).

Wie kann ich nachhaltiger werden? Hier sind ein paar konkrete Impulse zu dem Thema.

1. Wie komme ich praktisch von geistiger Enge und Einseitigkeit zu mehr geistigem Freiraum und Vielseitigkeit? Mehr Hier und Jetzt.

2. Neben Arbeiten, vergesse nicht zu Tanzen, Freunde, Familie und das Feiern. Jeden Tag darfst du etwas außerhalb der Arbeit machen, dass dir Freude macht (auch und gerade dann, wenn die Umstände mal schwierig sind).

3. Passen mein Beruf und meine Beziehung tatsächlich zu meinem Wesen? Die Antwort darauf kannst du nur im tatsächlichen stillen Wohlgefühl in dir spüren.

4. Wirtschafte ich nachhaltig mit meinem Kräften? Nur weil ich die Arbeit momentan schaffe, heißt noch lange nicht, dass ich nachhaltig arbeite. Zu viel, zu lange, zu intensiv geht nicht auf Dauer, auch wenn man es zeitweise kann oder Jahre gemacht hat.

5. Ich vertraue Gott. Alles ist Gott, einschließlich mein Gedankenlärm, die Schwiegermama und die rote Ampel. Auch ich bin Gott. Und ich rede hier nicht von einem bärtigen Mann über den Wolken, auch wenn dieses Bild dem ein oder anderen als Gedankenform nützlich sein kann. Ohne Gott scheint mir dies ein kaltes Leben.

That's all folks!

Ich wünsche eine schöne und sonnige Woche (auch wenn es regnen sollte), Falk

________________________________________

2. Sherlock Holmes und Dr. Watson - etwas Humor

Sherlock Holmes und Dr Watson fuhren zum Zelten. Nach einem guten Abendessen und einer guten Flasche Wein legten sie sich schlafen. Einige Stunden später wachte Holmes auf und rüttelte seinen treuen Freund. "Watson, schau mal zum Himmel und sag mir, was du siehst".

Watson antwortete: "Ich sehe Millionen und Abermillionen von Sternen." "Und was sagt dir das?"

Watson überlegte eine Weile. "Astronomisch gesehen sagt es mir, dass es Millionen von Sternen und vielleicht Billionen von Planeten gibt. Astrologisch betrachtet sehe ich, dass der Saturn im Sternbild des Löwen steht. Horologisch gesehen kann ich erschließen, dass es jetzt ungefähr ¼ nach drei Uhr sein muss. Theologisch betrachtet kann ich erkennen, dass Gott allmächtig ist und wir winzig sind und unbedeutend. Meteorologisch erkenne ich, dass wir morgen eine wunderschönen Tag haben werden.

Und was sagt es dir?" Holmes war eine Minute still und sagte dann: "Watson, du Idiot, irgendein Gauner hat uns das Zelt gestohlen!"