FlowLetter (April 2012) - Alles ist Energie!

FlowLetter (April 2012) - Alles ist Energie!

Beitragvon Falk » Donnerstag 5. April 2012, 13:52

Alles ist Energie!

Das etwa 65-jährige Paar betrat Panera's Bread Shop im südlichen Distrikt von Fort Lauderdale und bestellten sich Suppe, Sandwiches und kühle Softdrinks. Es war heiß draußen und der Air-Conditioner summte leise vor sich hin. Nachdem sie ihre Bestellung erhalten hatten, setzen sich beide hin und aßen, wie die anderen Gäste auch. Die Frau fiel nicht besonders auf. Er aber sah nach Geschichte aus. Er hatte schulterlanges, zu einem Zopf gebundenes, grau-weißes Haar und hatte wohl in der Militär gedient. Seine Kleidung verriet seinen Hintergrund: eine Navy Seals Baseball Cap und ein Camouflage T-Shirt mit der Aufschrift support the troops (Übers. unterstützt die Truppen). Wahrscheinlich war er ein Vietnam-Veteran. In den USA wird dies gerne und ohne Besonderheit zur Schau getragen.

Ich war mit meiner Familie bei meiner Schwiegermutter zu Besuch und war jeden Tag für eine gewisse Zeit alleine in Panera's. Der gratis WLAN Zugang erlaubte mir meine Mails zu beantworten und die Zimtschnecken, Chais und Kaffees schmeckten ebenfalls vorzüglich. Zu dieser Zeit war ich viel am Experimentieren. Die Praxis der Achtsamkeit hatte mich längst in den Bann gezogen und so versuchte ich, so oft, so lange und so tief ich konnte, mitten im Alltag, präsent und anwesend zu sein, aber ohne Mühe, Ziel und besondere Methodik oder Schuld, wenn es nicht funktionierte. Ich war wach, getragen und ließ regelmäßig nach innen los.

Wahrscheinlich wären mir das Paar gar nicht besonders aufgefallen, aber dann entfaltete sich das Leben in seiner oft so sonderbaren Pracht. Die beiden standen nämlich auf und gingen gemeinsam in Richtung Ausgang. Kurz bevor sie die hohe Glastür erreichten, dreht der Mann sich plötzlich um, machte kehrt und ging schnurstracks auf mich zu. Ich saß an einem kleinen Zweiertisch. Er nahm sich ohne zu fragen den freien Stuhl und setzte sich darauf. Dann sah er mir still in die Augen. Ich war zu perplex, um irgendetwas zu sagen, gleichzeitig schien es aber auch alles ganz normal und irgendwie vertraut. Er lehnte entspannt mit seinen Ellbogen auf den Tisch. Dann sagte er mir mit klarer Stimme: Alles ist Energie! (Everything is energy!). Dann lächelte er freundlich und offen. Er stand auf, ging zurück zu seiner Frau, die an der Türe auf ihn gewartet hatte und die beiden verschwanden auf dem Parkplatz vor dem Einkaufszentrum. Ich hatte keinen Ton gesagt, war nur ergriffen von der Ungewöhnlichkeit der Szene und seiner Worte. Die Praxis der Achtsamkeit brachte oft Ungewöhnliches mit sich. Ich wusste, er hatte Recht, auch wenn ich damals noch nicht verstand, wie sehr.

Durch meine spätere Erfahrung als Burnout- und Antistress Coach mit hunderten von unterschiedlichen Menschen bekam ich aber eine Ahnung davon. Es geht bei der Lösung von Dauerstress und Burnout immer nur um Energie. Wie geht die Person mit der eigenen Lebensenergie um und wie gut kennt sie sich überhaupt? Was unterstützt Lebenskraft und was entzieht sie? Wie kann ich mit dem aufhören, was mir schon lange Kraft kostet? Was ist eigentlich mein natürlicher Grundzustand? Bin ich bereit Lebenskraft ins Zentrum meines Lebens zu stellen (in Wirklichkeit steht sie sowieso schon dort)?

Es gibt nur eine Lebenskraft, aber unendlich viele vertikale und horizontale Ausdrucksformen dieser Energie. Die Chinesen nennen sie Chi. In Indien wird sie Prana genannt. Mit ihr ist es, wie mit den Wellen auf dem Meer. In Höhe, Farbe und Form sind die Wellen alle unterschiedlich, aber in Essenz sind sie alle das eine Meer. Gedanken sind Energie. Gefühle sind Energie. Das Verhalten ist Energie. Der Körper ist Energie. Der Atem ist Energie. Der Mensch ist Energie. Die Quelle ist Energie. Alles ist miteinander verbunden und beeinflusst sich gegenseitig, nicht nur innerlich, sondern auch nach »außen« hin. Es ist ein Kreislauf zusammengesetzt aus Kreisläufen von lebendiger Energie. Alles ist im Fluss, auch wenn wir es nicht sehen. Unendlich viele Kreisläufe, die im Austausch sind, mikroskopisch und makroskopisch.

Die Energie fließt in und um uns herum. Sie ist gegeben. Sie hat natürliche Phasen von Aktivität und Ruhe. Tendenziell gilt, umso freier und ungehinderter diese Energie im Individuum fließt und zirkuliert, desto gesünder der Organismus und besser das grundsätzliche Wohlbefinden der Person. Bei einer vom Burnout-betroffenen Person ist dieser Fluss gestört. Zu lange wurde unbewusst zu viel Energie (Aktivität) verbraucht, bis der intelligente Organismus automatisch zumachte.

Nein, es ist nicht der Job, das Bankkonto, die Familie, die Leistung, die Kinder oder das Lob, es ist die Lebenskraft, die einen selbst und alles andere trägt, ermöglicht und mich auf Dauer zum Strahlen bringt. Nicht dass das andere unwichtig sei, aber es ist eben nicht wesentlich, hat daher auch nichts im Zentrum verloren. Ein Lebenskraft-zentrisches Leben ist das Alternativmodel zum bloßen Überleben und Funktionieren, wie es von vielen Menschen heute gelebt, von der Masse als Normalität akzeptiert und von anderen sogar als Glück und Sicherheit verkauft wird. Kann dieser innere Druck der Massen noch irgendwie mit guten Gründen, Hoffen, Ertragen oder Geld gerechtfertigt werden? Und wenn ja, wie lange noch?

Politiker sollten ehrlich über Lebenskraft debattieren und Gesetze danach ausgerichtet werden. Schulen und Universitäten könnten darüber aufklären. Die Norm der Ernährung, der Medikamente, der Ärzteschaft, der Unternehmen, der Tagesschau, des menschlichen Umgangs miteinander, des Finanzwesens, usw. könnte auf Dauer Schritt für Schritt von innen heraus »geheilt« werden. Die Lebensinhalte, Ausdruck, Ziele und Aktivitäten sollten tatsächlich Lebenskraft-dienlich sein, und zwar nicht nur in der Werbung und in der Theorie. Das Leben ist kein Businessplan.

Diese Veränderung beginnt mit und in dir und ist unabhängig von den anderen und der gängigen Norm. Es gibt immer mehr Menschen, die aufwachen und aufstehen, nicht nur aus der Not. Es gehört Mut dazu, sich trotz der Norm, um sich zu kümmern. Aber es ist möglich und du bist nicht allein.

Dieses Thema sollte eigentlich jeden Menschen interessieren, denn es geht hier nicht nur um Kraft, es geht hier um den bunten Blumenstrauß der Lebensfreude, der Zufriedenheit, der Intuition, des Urvertrauens und der inneren Freiheit, die an die Energie gekoppelt sind.

Fragen, die für dich relevant sein könnten: Warum lebst du? Wenn alles Energie ist, wie gehst du mit dieser kostbaren Energie, die du selbst bist, um?


2. Pure Meditation (von Adyashanti)

(Im Rahmen, der von uns empfohlenen täglichen Mikro- und Makropraktiken, habe ich einen schönen Text zu Meditation gefunden, den ich gerne mit euch teilen möchte).

Pure Meditation

Wahre Meditation hat keine Richtung, kein Ziel und benutzt keine Methode. Alle Methoden zielen darauf ab, einen bestimmten Geisteszustand zu erreichen. Alle Zustände sind begrenzt, nicht von Dauer und an Bedingungen geknüpft. Die Faszination durch bestimmte Zustände führt nur zu Unfreiheit und Abhängigkeit. Wahre Meditation ist das Verweilen im ursprünglichen Bewusstsein.

Wahre Meditation zeigt sich spontan im Bewusstsein, wenn die Wahrnehmung nicht auf Objekte der Wahrnehmung fixiert ist. Wenn man anfängt Meditation zu erlernen, kann man bemerken, dass die Wahrnehmung sich immer auf irgendein Objekt fokussiert: auf Gedanken, körperliche Empfindungen, Emotionen, Erinnerungen, Klänge etc. Dies liegt daran, dass der Geist darauf konditioniert ist, sich auf Objekte zu fokussieren und sich um sie herum zusammenzuziehen.

Dann interpretiert der Geist zwangsweise das, was ihm bewusst ist (das Objekt) auf mechanistische und verzerrte Art und Weise. Er beginnt aufgrund seiner Konditionierungen aus der Vergangenheit Schlussfolgerungen zu ziehen und Annahmen zu machen.

Bei der wahren Meditation behalten die Objekte ihre natürliche Funktionsweise bei. Dies bedeutet, dass kein Versuch unternommen werden sollte, irgendein Objekt der Wahrnehmung zu manipulieren oder zu unterdrücken. Bei der wahren Meditation liegt die Betonung darauf, die Wahrnehmung selbst zu sein; nicht darauf, Objekte wahrzunehmen, sondern als das ursprüngliche Bewusstsein selbst zu verweilen. Das ursprüngliche Bewusstsein ist die Quelle aus der alle Objekte entstehen und in die sie wieder zurückkehren.

Wenn man sich sanft in die Wahrnehmung hinein entspannt, in das Lauschen, wird das zwanghafte Zusammenziehen des Geistes um die Objekte herum verblassen. Die Stille des Seins wird klarer in das Bewusstsein treten als eine Einladung zu ruhen und zu verweilen. Eine Haltung des offenen Aufnehmens, frei von jeder Absicht oder Vorwegnahme, wird die Gegenwart von Ruhe und Stille als deinen natürlichen Grundzustand enthüllen.

Ruhe und Stille sind keine Zustände und können daher nicht hergestellt oder erschaffen werden. Ruhe ist der Nicht-Zustand, in dem alle Zustände entstehen und wieder vergehen. Ruhe, Stille und wahrnehmendes Bewusstsein sind keine Zustände und können in ihrer umfassenden Gesamtheit niemals als Objekte erfahren werden. Die Ruhe ist selbst der ewige Zeuge ohne Form oder Eigenschaften.

Wenn du selbst immer stärker als der Zeuge verweilst, nehmen alle Objekte ihre natürliche Funktionsweise an und die Wahrnehmung wird frei von den zwanghaften Kontraktionen und Identifikationen des Geistes. Sie kehrt zu ihrem natürlichen Nicht-Zustand der Gegenwärtig-keit zurück.

Die einfache, jedoch grundlegende Frage “Wer bin ich?” kann dann das eigene Selbst enthüllen, nicht als die endlose Tyrannei der Ego-Persönlichkeit, sondern als die objektlose Freiheit des Seins -- als ursprüngliches Bewusstsein, in dem alle Zustände und alle Objekte kommen und gehen als Manifestationen des Ewigen Ungeborenen Selbst, das DU BIST.

3. Neues vom HumanFlow Netzwerk

Wir sind mittlerweile zu einem Netzwerk von über 40 HumanFlow Coaches® in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Spanien angewachsen. Wir setzen gemeinsam Impulse für ein Lebenskraft-zentrisches Leben und helfen immer mehr Menschen auf ihrem Weg aus der Stressspirale. Die nächste HumanFlow Coach® Ausbildung findet vom 08.-15. Juli im Balance Hotel, Badenweiler statt. Es gibt noch 3 freie Plätze.

Das nächste 5-tägige FlowTime Gruppen-Programm zum Thema Achtsamkeit & Meditation findet vom 17.-21. Juni statt. Und vom 20.-25. September findet unsere erste FlowTime Wanderung statt. Wir wandern im Hochschwarzwald zu Kraftorten, lassen die Seele baumeln, meditieren und inspirieren uns gegenseitig. Ehemalige FlowKur Teilnehmer und auch Neulinge sind zur mühelosen Praxis, Vertiefung und zum Experimentieren eingeladen.
Falk
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