FlowLetter (April 2014): Ein Raum ohne Dach

FlowLetter (April 2014): Ein Raum ohne Dach

Beitragvon Falk » Sonntag 6. April 2014, 20:52

1. Ein Raum ohne Dach

Persönlicher Wachstum ist keine Wahl, die der Mensch hat. Es ist eine unvermeidliche Notwendigkeit. Er beinhaltet sowohl Schmerz als auch Süße, ist vielschichtig und führt auf lange Sicht in das Bewusstsein der persönlichen Mitte.

Das ganze Leben ist eine Einladung, um zu wachsen und vom Unwissen zum Wissen bis hin zur Weisheit zu gelangen. Eines ist sicher, du darfst, musst und wirst auf Dauer wachsen. Wenn nicht jetzt, dann eben später. Wenn nicht sanft, dann eben hart. Man kann gegen das Wachsen ankämpfen oder nicht, an meine Worte glauben oder auch nicht, dem persönlichen Wachsen macht das nichts aus. Es geht einfach immer weiter. Kommt wie es kommt und ist wie es ist.

Du und ich, wir sind nicht nur hier um erfolgreich zu überleben, sondern auch um zu verstehen, was das Leben eigentlich ist, warum wir leben und wie wir mit dem Leben nachhaltiger umgehen können. Die wirklich gute Nachricht liegt darin, dass wir alle im persönlichen Wachstum vom Leben getragen werden und uns gegenseitig unbewusst unterstützen. Wüssten wir die großen und tiefen Zusammenhänge, die wir eines Tages unweigerlich wissen und fühlen werden, wären wir von jetzt an angstfrei und würden uns für immer, wie in Mutters Schoß, in Wärme geborgen fühlen.

Mit der zunehmenden Außengeschwindigkeit und gleichzeitigen Haltlosigkeit, die die heutige Zeit prägen, beschleunigt sich auch der Grad des persönlichen Wachstums, der notwendig ist, um wieder näher der eigenen Mitte zu kommen. Viele Menschen werden wacher und wacher in diesem Prozess. Mit der Zeit nimmt die Macht des Lärms ab und das Wesentliche rückt natürlicherweise in den Fokus: persönliche Reife, zwischenmenschliche Beziehungen und Geben an die Gemeinschaft. Die intrinsischen Werte gewinnen.

Aus meiner 8-jährigen Tätigkeit als Burnout Therapeut und Coach erwuchs über die Jahre eine ganz eigene Perspektive in Bezug auf die chronische Erschöpfung und die Rückkehr zur Lebensqualität. Diese Perspektive ist nicht in den gängigen Lehrbüchern zu finden, denn es ist keine Krankheits-, sondern eine Wachstumsperspektive. Diese möchte ich gerne mit Dir teilen und Dich hiermit einladen noch aktivere Impulse für Deine persönliche Entwicklung zu setzen, denn auf Dauer wird und kann es niemand anderes für Dich richten, als Du selbst. Es ist Dein Wachstum.

Wenn ich auf meine Arbeit der letzten Jahre zurückschaue, fällt auf, dass die meisten Menschen, die mit einem Dauerstress- oder Burnout Syndrom zu uns ins HumanFlow Zentrum kamen, keine psychiatrischen Vorerkrankungen hatten, sondern die psychisch-körperlichen Störungen sich meist aus einem Hochgeschwindigkeits-Lifestyle, frühkindlichen Prägungen und individuellen Irrtümern in Grundbereichen, wie dem eigenen Selbstwert, über lange Jahre hinweg entwickelt haben. Irgendwann begann sich dann der Körper-Geist Organismus zu schützen. Das System kippte.

Bei dem einen resultierte der Schutzwall der Symptome aus zu langer und zu viel Arbeit, vielleicht um zu beweisen, dass man besonders ist. Bei einer anderen Person waren es zu große Kompromisse in der Partnerschaft, in der Hoffnung auf Familie und Geborgenheit im Dasein. Und wieder bei einer anderen war es das alltägliche Grübeln, das die Person in den dunklen Strudel der Gedankengefängnisse führte.

Es gibt etliche andere Gründe für eine chronische emotionale Erschöpfung, aber was alle Betroffenen gemeinsam hatten, war dass es innere und meist auch äußere Einflüsse gab, durch die über einen längeren Zeitraum mehr Energie aus dem Körper-Geist System abfloss, als sich dort wieder ansammeln konnte. Dieser ungleiche Energiefluss hatte mit der Zeit zu einem ausgeprägten Mangelzustand geführt, der dann durch eine Vielzahl von oft multiplen und scheinbar zusammenhangslosen Symptomen auf sich aufmerksam machte. Und das ist gut so, denn ein gesundes und intelligentes System würde genauso reagieren. Ein unintelligentes System würde sich ohne Hinweise dem Abgrund annähern, bis es zu spät für die Umkehr wäre. Ein Ende ohne Lern- und Umkehrmöglichkeit in diesem Leben, wäre die Konsequenz. Wir jedoch dürfen lernen und ändern. Das ist ein Geschenk an uns Menschen.

Der Körper-Geist Organismus signalisiert durch Symptome, weil er vor allem eines von Dir will: am Irrtum zu reifen und umzukehren. Das natürlich Intelligente und Friedvolle in Dir möchte, dass Du in Weisheit wächst und aus ihr heraus beginnst zu leben. Der Dauerstress, der Burnout und die Symptome sind von einer etwas anderen Perspektive also lediglich dazu da, dass der Mensch wachgerüttelt wird und beginnt ein nachhaltigeres Leben zu führen. Jeder Mensch ist auf diesem Weg zur Nachhaltigkeit, nicht nur die Erschöpften. Die Erschöpften haben lediglich weniger Zeit als die, die noch vor sich hinplätschern können. Sie haben in Bezug auf persönlichen Wachstum also einen kleinen Vorteil: sie müssen wachsen.

Veränderung geht in der Regel nicht von heute auf morgen, auch wenn es seltene Ausnahmen und Schübe gibt. Meistens handelt es sich bei einer tatsächlichen Veränderung in Verhalten, Gedanken und Haltung um einen langjährigen oder lebenslangen Prozess, in dem Du Dich erst zu verstehen beginnst, lernst neu zu gehen, im Gehen noch mehr verstehst und mit Übung immer stabiler wirst, bis du frei, würdevoll und weich Deinen persönlichen Weg gehst. Frauen schreiten etwa anders als Männer. Und wenn man genau hinschaut, kann man feststellen, dass auch jeder Mann etwas anders als die anderen Männer und jede Frau etwas anders als die anderen Frau schreitet. Individualität eben.

Auf dem Weg zu Dir selbst gibt es Prüfungen, Zweifel, Ängste, auch mal die ein oder andere blutige Nase, manchmal Narben, gewaltige Schutzmauern, vielleicht sogar Phasen der Resignation und Einsamkeit. Glücklicherweise gibt es jedoch auf dem Weg auch immer wieder Geschenke, Hinweise, Erfolge, Helfer und Helferinnen, Einsichten und Fortschritte. Du musst glücklicherweise nirgendwo ankommen, nur bewusst auf Deinem individuellen Weg sein. Das würde das Gehen erleichtern, da es sinnvoll wird und auf einem Boden stattfindet, der Dich trägt. Die Erde trägt doch.

Die einzelnen Aspekte, die ich in der Begleitung von erschöpften und suchenden Menschen als wichtigste Umkehrpunkte zur nachhaltigen Verbesserung beobachten konnte, sind so vielfältig, wie es Geschichten gibt. Trotzdem gibt es einige Kernbereiche, die mir wie besonders reichhaltige Schürfstellen im persönlichen Wachstum erscheinen. An ihnen sind Menschen besonders häufig fündig geworden und haben manches Gold entdeckt.

Diese besonderen Schürfstellen sind:
Achtsamkeit: Weniger Lärm, mehr Ruhen in sich
Angstbewältigung: Verständnis über und Begegnung von vermiedenen Gefühlen
Selbstkenntnis: Innere Klarheit darüber, dass das was man im Wesen ist, unverletzlich, heil und gut ist.
Selbst-Mitgefühl: Entwicklung eines liebevollen und wertungsfreien Umgangs mit sich selbst, den eigenen Mauern und Mustern.
Authentizität: Wissen für was man steht und wie man das im Alltag leben kann
Oft beobachtete ich Verbesserung und Heilung bei erschöpften Menschen aus der Kombination von nur einer grundlegenden Einsicht und ein paar wenigen neuen Werkzeugen und Perspektiven. Weniger ist im persönlichen Entwicklungsbereich mehr, solange das Wenige tief und für die Person wesentlich ist. Aus diesen Samen entwickelten sich oft schon nach kurzer Zeit junge, aber resistente Pflänzchen: eine Buche, eine Birke, eine Osterglocke, eine Orchidee oder eine Kamille.

In Betracht der wunderbaren Möglichkeit eine heilende Pflanze zu sein, lade ich Dich dieses Jahr ein einen ganz besonderen Schritt für Dich selbst zu machen: nutze den Rest dieses Jahres, um Dich besser kennen zu lernen und in Bewusstheit zu wachsen.

Mein konkreter Vorschlag an Dich ist, dass Du Dir einen der in diesem Text beschriebenen Schlüsselbereiche nimmst (am besten den, der Dich am meisten anlächelt oder bedrohlich ist) und Dich aktiv darin weiterbildest. Es gibt viele Möglichkeiten, wie du die Weiterbildung über dich selbst praktisch angehen kannst, z.B., über Seminare, Bücher, Kurse, Coaches, Therapeuten, spirituelle Lehrer/innen, Reisen und gerne auch bei uns im HumanFlow Zentrum oder mit den HumanFlow Coaches in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Informiere Dich einmal über die vielfältigen Möglichkeiten und mache dafür innerhalb der nächsten 48 Stunden den ersten Schritt. Beginne zu gehen, ohne länger auf etwas oder jemanden zu warten. Gehe dem, was Dir gut tut oder tun könnte, entgegen. Wenn Du dann am Ende des Jahres in einem Deiner persönlichen Elementarbereiche mehr weißt, fühlst und lebst und du dieses Wissen jedes Jahr weiter vertiefen würdest, stelle Dir vor was sich mit der Zeit an Weisheit, Gelassenheit und besserem Umgang mit Schwierigkeiten entwickeln könnte. Jedes Jahr tiefer, bis Dich immer weniger umhaut, weil Du immer weiser wirst. Du hättest sogar gute Chancen eine coole Alte zu werden (so hat es mir einmal eine Klientin erklärt).

Ich wünsche mir für Dich, für mich und für uns alle, dass wir wieder in die Schule gehen, die offene Lebensschule. Mit einer klaren Richtung, jedoch ohne Dogma und starre Regeln. Forschend, ruhend, lebendig, mitfühlend, wach und immer wacher. Frühe Prägung, Karma oder Lebensgeschichte hin oder her, diesen Weg kann jeder gehen, der ihn geht.

Manche Menschen experimentieren bereits ganz praktisch, ganz alltäglich, ganz leise und ganz organisch mit diesem Weg des persönlichen Wachstums. Längst sind die Möglichkeiten dazu aus der Ecke der Spiritualität oder der Therapie herausgewachsen. Wenn Du Dich noch nicht auf dieser bewussten Reise befindest, komme mit auf sie. Sie ist letztendlich eine Freude, auch wenn sie nicht immer einfach ist. Für mich ist die persönliche Forschung und Entwicklung die spannendste Reise meines Lebens geworden. Seit etwa 12 Jahren reise ich bereits bewusst, ohne angekommen zu sein. Es ist ein Raum, ohne Dach und ohne Boden.
Ich persönlich habe im bewussten Reisen keine Wahl. Sie ist die eine Unfreiheit, für die ich grundlegend dankbar bin.

Wie ist es bei Dir, hast Du die Koffer bereits gepackt oder wartest Du noch?

Alles zum Guten,
Falk

2. Das Versteck der Weisheit

Vor langer Zeit überlegten die Götter, dass es sehr schlecht wäre, wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden, bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären. Also entschieden die Götter, die Weisheit des Universums so lange an einem Ort zu verstecken, wo die Menschen sie solange nicht finden würden, bis sie reif genug sein würden.

Einer der Götter schlug vor, die Weisheit auf dem höchsten Berg der Erde zu verstecken. Aber schnell erkannten die Götter, dass der Mensch bald alle Berge erklimmen würde und die Weisheit dort nicht sicher genug versteckt wäre. Ein anderer schlug vor, die Weisheit an der tiefsten Stelle im Meer zu verstecken. Aber auch dort sahen die Götter die Gefahr, dass die Menschen die Weisheit zu früh finden würden.

Dann äußerte der weiseste aller Götter seinen Vorschlag: "Ich weiß, was zu tun ist. Lasst uns die Weisheit des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird dort erst dann danach suchen, wenn er reif genug ist, denn er muss dazu den Weg in sein Inneres gehen."

Die anderen Götter waren von diesem Vorschlag begeistert und so versteckten sie die Weisheit des Universums im Menschen selbst.

(Verfasser unbekannt) - Quelle www.zeitzuleben.de
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