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Bewusstheit - nichts als Worte und vage Hoffnung?

BeitragVerfasst: Samstag 8. August 2009, 20:14
von Falk
Frage: ...wenn die Sehnsucht nach dem großen Meer so stark ist, dann motiviert das ungemein. Aber bevor wir in See stechen sollten wir uns vielleicht mit den Kräften des Meeres vertraut machen. Und der Kapitän sollte vielleicht auch eine Karte haben. Es ist so leicht, vom Meer zu reden. Und es ist so tragisch, wenn sie das Herzen voller Sehnsucht in See stechen und schon wieder nicht wissen was sie tun, wenn die Siren singen und Unwetter lauern. Vielleicht erfordert gerade das Einfache einen klaren Weg, sonst verirren wir uns in den vielen Momenten der Möglichkeiten. Gibt es etwas Traurigeres, als ein Mensch der entkräftet aufgibt und doch nur wenige Schritte von seinem Zielort entfernt ist. Da wäre eine Karte schöner, als die aufmunternden Worte, die so eine vage Hoffnung geben, dass der Mensch irgendwann ankommt. Wenn du ihn weißt, zeige ihnen doch den Weg. Manchmal führt eine Tasse Tee viel weiter, als das Gerede, das manchmal den Klang der Siren annimmt.

Antwort: ...du hast Recht, dass Inspiration in Wirklichkeit nichts bringt, nichts bringen kann, da es eben nur Inspiration ist, um zu einem Punkt zu gelangen. Nichtsdestoweniger kann sie für viele Menschen hilfreich sein, um sich zu bewegen. Das Machen ist letztendlich ausschlaggebend und das macht jeder selber und kann niemand anderes für einen machen. So sind die Worte auch nur wie ein Fernglas, durch das der ein oder andere schaut und sieht. Du fragst nach dem Weg, welcher Weg soll das sein oder denkst du es gibt einen Weg? Jeder Mensch ist bereits auf seinem Weg, der sich ganz einzigartig gestaltet. Auf dem Weg, den der einzelne Mensch geht, gibt es ein paar Dinge, die beachtet werden können, damit es leichter geht, damit er nicht so viel Kräfte verliert, weniger kämpft und mehr „fließt“. Dabei schlage ich denen, die interessiert sind, vor, zu sich zu kommen. Dabei geht es nur um die Praxis, denn nur durch die Praxis kann man alte Muster loslassen und der Grundzustand zum Vorschein kommen. Über das Machen (den Weg), gibt es aber nicht viel zu erzählen und zu philosophieren, denn dann würdest du das Wesentliche verpassen, eben weiter in der Theorie verweilen. Der Weg hängt auch nicht von der Veränderung der Umstände ab.

Ich schlage vor, spüre dich, jetzt in diesem Moment, ohne Analyse, ohne Interpretation. Verbringe weniger Zeit mit deinen Sorgen und mehr Zeit mit dir. Das ist nicht Gerede, das ist eine Einladung in die Praxis der Achtsamkeit. Manche Menschen aber sehen darin nur Gerede über das Meer und fragen nach einem Plan, um das Meer zu erreichen. Und dann verlieren sie sich in dem Plan und nichts passiert. Mache, springe einfach und vielleicht stellst du fest, dass das Meer gar nicht so weit entfernt ist, wie du denkst. Große Pläne über und zum Meer bringen nicht viel, wenn der Mensch von geistiger Unruhe geplagt ist und nachts nicht mehr schläft. Wer bin ich? Wer leidet? Ein Mensch, der das herausfindet, weil er nachschaut, beginnt unweigerlich zu heilen und zu entkrampfen. Es ist eine Reise von hier nach hier, daher auch keine Pläne. Der Rest (äußere Umstände) entwickelt sich aus dem Erwachen von innerer Kraft und Klarheit.

Übrigens, eine Tasse Tee ist immer von Vorteil, auch wenn sie den meisten Menschen nicht bei der Burnoutbewältigung helfen wird.