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Ich habe das Gefühl alles falsch zu machen

BeitragVerfasst: Sonntag 25. Oktober 2009, 20:35
von Falk
Frage: ...Ja, es stimmt, im Moment fühle ich mich sehr schwer und habe auch oft das Gefühl, alles falsch zu machen. Als hätte ich gar nix kapiert. Aber Deine Worte haben mich wieder aufgebaut. Ich lass ich immer viel zu schnell und zu heftig von den Geschichten und Gefühlen mitreißen. Und dann steck ich im Schlamassel drin und weiß nicht mehr, wie ich rauskommen soll. In manchen Situationen gelingt es mir besser, achtsam zu sein. In anderen Situationen fällt es mir sehr, sehr schwer...

Antwort: ...dieses alte Programm, dass du nichts kapiert hast und nichts wert bist, das läuft schon sehr lange in deinem Unterbewussten. An der Oberfläche der bewussten Gedanken kommt man da gar nicht mehr ran. Es stammt von der 4jährigen, die ums Überleben kämpft, an grüne Drachen glaubt und überall Schlangen sieht. Diesem Kind einzureden, dass es keine Drachen gibt, funktioniert nicht wirklich, sondern kann höchstens kurzfristig die Unsicherheit überlagern. Da hilft auch keine Hoffnung, dass es irgendwann schon werden wird, denn die traumatisierte 4-jährige, lässt sich auch mit positivem Denken nicht überreden. Im Moment scheinst du dich mit dieser verschreckten 4-järhigen zu verwechseln und ihren Kampf um Anerkennung, letztendlich um zu Überleben, als deinen eigenen angenommen zu haben. Er ist Teil deiner Person geworden.

Es gibt 2 Dinge die du machen kannst. Das eine ist, du prüfst nach, ob das, was du bist, unsicher und schutzlos ist und ums Überleben kämpfen muss. Die spirituelle Antwort darauf zu wissen, genügt nicht, du musst sie erfahren. Sie ist in dir, jetzt in diesem Moment. Du wirst feststellen, dass du nicht die 4-jährige, nicht die Erinnerung der Traumatisierten bist. Es gibt einen klaren, erfahrbaren Unterschied zwischen der Erinnerung und dem Hier und Jetzt. Das zweite was du machen kannst, ist der richtige Umgang mit der 4-jährigen. Beobachte sie, sei still mit ihr, lerne sie kennen, ihre Wünsche und ihre Ängste. Sei freundlich mit ihr, respektvoll, so dass sie dir vertrauen kann. Dann gehe mit ihr unter das Bett und erfahre die Drachen, die dort sind: Schutzlosigkeit, nicht geliebt zu sein, wertlos zu sein, Unsicherheit, usw. Durch das Erfahrung des vermeintlichen "Grauens", der dir in Wirklichkeit nichts anhaben kann, weil die Grundlage unecht ist (nur ein altes Erinnerungsfoto), gewinnt die Kleine langsam an Vertrauen zu dir. Die Kleine lernt über die Erfahrung, nicht über die Belehrung oder den Kampf. Wenn du aber mit der Kleinen bist und Ihre Ängste erfährst und erlebst, was im Zentrum wirklich ist, beginnt sie zu entspannen. Das Unterbewusste wird "umerzogen" und so lassen die alten Verhaltensmuster und die Persönlichkeit (aus dem griechischen persona= die Maske), die an sie gekoppelt ist, los.

So oder so, für das Hier und Jetzt, spielt dies alles keine Rolle. Es ist frei, unendlich, bedingungslos, ohne Wünsche und Ängste, genauso wie du, wenn du einen Moment inne hältst, innerlich still bist und nachprüfst, ob du wirklich unfrei, abhängig, schutzlos, wertlos und kurz vorm Erlöschen bist...