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Therapie ohne Psychopharmaka?

BeitragVerfasst: Montag 21. Dezember 2009, 15:25
von Falk
Frage: Grüß Gott Falk! (Es grüße dich Gott vom österreichischen ins deutsche übersetzt). Danke für den Newsletter, der hat mir heute Kraft gegeben! Ich werde mich künftig fragen, wenn mich meine nicht ganz auffindbaren Ängste niederhalten - Was kann mir schon passieren - im Grunde genommen nichts, nichts schlimmes! Doch ob es mir nützen wird weiß ich noch nicht - doch ich glaube es zumindest. Irgend wie glaube ich daß ich schon seit ca. 18 jahren an Depression oder was ähnlichem leide So nach dem Rhytmus - Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Ich gehe mittlerweile regelmäßig zu einer Gesprächstherapie mit mäßigem Erfolg. Zum Psycholgen gehe ich nicht mehr, weil ich ihm sonst vormachen müsste, daß ich Tapletten nehme die er mir verschrieben hat, welche ich nicht nehme und vermutlich auch nicht nehmen werde. Gibt es bei Euch die Möglichkeit einer Therapie auch ohne Psychopharmaka und wielange würde so was dauern und was würde das kosten (habe leider keine Ersparnisse)und mittlerweile bin ich arbeitslos und leide noch dazu seit Wochen an starker Bronchitis (sagt zumindest der Arzt). Ich weiß ich muss was gegen meinen "Zustand" machen aber ich weiß nicht was, denn im allgemeinen habe ich mit Ärzten die Erfahrung gemacht (egal um was es geht) - die haben einfach keine Zeit um einen Patienten näher kennen zu lernen. Ich höre mir so Sachen wie "The Secrets" an und lese und höre wieder Erfolgsliteratur und ich merke nicht wirklich das es Besser wird. Ich glaube wenn ich nicht 2 Kinder hätte, hätte ich mein Leiden schon beendet. Und ich bin müde geworden mir etwas auf zu bauen um es dann wieder zusammen fallen zu lassen. Heute um Mitternacht habe ich einen Film gesehen mit einer Autistin und habe mir irgendwie gewünscht so wie diese Frau sein zu können. Die kann tun was sie will und keiner nimmt ihr das übel, weil ja jeder weiß, daß sie anders ist. Ich meine damit sie kann schwach sein und bei mir geht das irgendwie nicht oder doch? Ich weiß es nicht. Ganz schlimm für mich ist es meine Talente zu sehen die brach vor mir liegen, ich kann sie nicht benutzen oder einsetzten oder habe ich Angst davor wieder etwas anzufangen und es doch nicht zu Ende zu bringen. Schickt mir einen Engel der mir hilft. Oder helft Ihr mir - bitte...

Antwort: Grüß Gott Gerhard, danke für deine Mail. Die Frage "was kann mir schon passieren?", kann hilfreich sein und das Leiden etwas lindern, vor allem wenn man fest daran glaubt, dass nie etwas passiert. Langfristig aber reicht das nicht, denn es überlagert nur das Leiden. Viel hilfreicher in Bezug auf Heilung ist es, wenn du herausfindest, wer/was du wirklich bist und ob dem, was du bist, schon jemals etwas passiert ist. Wenn du dieser Frage in dir wirklich nachgehst (nicht-analytisch), entdeckst du eine verblüffende Wahrheit, die die Kraft hat, dich nachhaltig aus dem ständigen Wellental von Freud und Leid zu führen. Brauchst du einen Engel, den dir jemand schicken muss? Ich glaube nicht. Du musst nur entdecken, dass das was du bist, anders ist als du denkst. Das die ganzen depressiven Gedanken über dich und dein Leben, alle das verschwendete Potenzial, das du siehst, sich ausschließlich in deinem Geist abspielt, wie ein destruktiver Film, der über die Jahre hinweg zur Gewohnheit geworden ist und sich wie eine Depressionshülle über die gestülpt hat. Das ist das, was dich am meisten hindert und nicht die Umstände.

The Secret und positives Denken funktionieren auch nicht? Mache dir keine Sorgen, bei mir hat es auch nicht funktioniert, zumindest nicht so, dass ich nach der Wunscherfüllung ein erfülltes und freies Leben geführt hätte. Es ist auf Dauer anstrengend ständig im Projizieren, Positivieren und Überlagern zu leben. Viel leichter ist es in sich etwas zu finden, was immer sicher ist, unverletzlich und heil, egal wie es um dich herum tobt. Es geht um langfristige Balance und praktischen Selbstbezug und den kann dir niemand von außen geben, denn der Experte bist du selbst. Psychopharmaka nutzen wir ebenfalls nicht als Therapieansatz, obwohl dies für manche notwendig ist, um überhaupt therapiefähig zu sein. Der medikamentöse, chemische Ansatz führt in der Regel aber nicht zu einer anhaltenden Heilung, da die festgefahrenen Depressionsmuster, die das chemische Ungleichgewicht erzeugen, nicht verändert wurden. So wirkt das Medikament nicht viel anders, als eine Affirmation (nur mit weniger Aufwand), eben so lange, wie man sie anwendet. Im Grunde ist es eine Überlagerungsstrategie, ohne dass sich an der Wurzel des Leidens etwas ändert.

Wenn du möchtest, kannst du uns gerne für eine 7-tägige Kur besuchen. Zum Lesen kann ich dir das Buch "Jetzt. Die kraft der Gegenwart" von Eckhart Tolle empfehlen. Mit einem freundlichen Gruß und vielleicht trifft man sich einmal persönlich, Falk