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Alltag - bin gespannt und nervös

BeitragVerfasst: Montag 27. Juni 2011, 06:40
von Falk
Fragende:

...habe die erste Woche nach der Kur gut hinbekommen. Ich war bei dem Meditationsretreat, von dem ich Dir erzählt hatte und es war toll: wir hatten jeden zweiten Tag einen Schweigetag, was sehr gut tut, da man merken kann, wieviel unsinniges Zeug man so schwätzt. ich habe mir die Nachmittagssessions frei genommen und nur Dinge gemacht, die mir Freude bereiten. Meist habe ich fotografiert - Bäume - oder bin spazieren gegangen. Die zwei Wochen erscheinen mir jetzt wie mindestens sechs Wochen. Das liegt bestimmt an der Achtsamkeit, mit der ich sie erlebt habe. Ich habe immer noch häufig Kopfweh, nehme dies als Zeichen für eine Pause, die ich mit Ruhen oder Yoga oder Thai Chi fülle. Vielen Dank für die Dokumente. Ich mache die Harmonie-Übung ganz oft so aus dem Gedächtnis und es tut gut. Ich werde zu gegebener Zeit reinschauen, was ich noch präzisieren kann. Ab morgen geht es wieder in die Praxis - Rechtsanwaltpraxis - und ich bin gespannt und etwas nervös, wie es wohl wird...

Falk:

...es ist schön all diese Inspirationen und Einsichten sammeln zu dürfen und dann beginnt der größte Spaß: der alltägliche Alltag. Hier passiert das eigentliche Experimentieren, das Überprüfen und das Spielen. Das Leben formt und trägt, auch wenn sich die Materie oft anders anfühlt. Die Kunst ist zu sein, wie man ist, dass was nicht gut tut, weniger und was gut tut, mehr. Dieser Prozess kann dauern, da wir an dem was nicht gut tut, kleben in der Hoffnung, dass es doch irgendwie und irgendwann gut tun wird, ein Trugschluss. Viel Grübeln, Falsch und Richtig überbewerten, sich ärgern, der Stimme im Kopf glauben, in der Vergangenheit/Zukunft leben, Perfektionismus, zu viel, zu wenig, zu lange, etc. Immerhin, das daraus verursachte Leiden reinigt, oft der einzige Weg der Reinigung. Manchmal entsteht auch Einsicht. Durch wertfreie Beobachtung und Anwesenheit, entsteht die Wahl des einen oder des anderen, Leiden oder nicht. Manches geht ganz einfach und schnell und anderes braucht Zeit. Aber keine Sorge, es ist immer eine Reise und manche behaupten bewusst auf dieser Reise zu sein, sei das Ziel. Ob das stimmt, müsste man im alltäglichen Alltag selbst herausfinden.