Wie kann ich meinem Vater helfen?

Wie kann ich meinem Vater helfen?

Beitragvon Falk » Mittwoch 21. Januar 2009, 12:42

Frage (per e-Mail): Mein Vater leidet unter Burnout. Ich möchte ihm helfen. Was empfehlen Sie mir?

Antwort: Ihr Vater ist ein glücklicher Mann, dass er so einen Sohn hat. Da ich Ihr Umstände nicht näher kenne, nehme ich an, dass es bei Ihrem Vater um eine stressbedingte Erschöpfung, Depression, Verzweiflung geht. Die Wahrheit ist, dass Sie Ihrem Vater nicht helfen können. Selbst ich als Coach kann niemand helfen, wenn er in dieser Lage ist. Was wir aber können, Sie genauso gut wie ich, ist den anderen zu inspirieren, selber etwas zu ändern.

Es gibt sowohl äußere, als auch innere Veränderungen. Die Äußeren sind meist temporärer Natur und beziehen sich vor allem auf die Reduzierung oder Eliminierung von äußeren Stressfaktoren. Da es aber langfristig unmöglich ist, alles was anregend ist aus dem Leben zu entfernen, muss man sich früher oder später der inneren Veränderung zuwenden.

Jemand, der unter Burnout leidet, hat die Angewohnheit entwickelt, von morgens bis abends in Gedanken zu sein. Es ist ein zwanghaftes Gedankenkarussell, welches ungemein viel Energie verbraucht und sich im Grunde ständig im Kreise dreht. Diese Gewohnheit ständig im Kopfe zu sein (Ängste, Sorgen, Hoffnungen, Enttäuschungen, etc.) ist die Basis der chronischen Erschöpfung.

Die Medizin für so einen Menschen ist nicht mehr so viel im Kopf zu sein. Hobbys, Genuss und Muse können dabei sehr förderlich sein. Für viele Menschen bieten auch Meditation, Yoga und Tai Chi einen guten ersten Zugang zu mehr innerer Ruhe (in der Volkshochschule gibt es immer wieder hilfreiche Angebote). Letztendlich muss der Mensch wieder einen natürlichen Zugang zu sich finden, jenseits von Gedanken, Konzepten, Ideen und Konzepten. Dadurch wächst die Lebenskraft und die Lebensfreude. Auf diesem Weg können Sie den Menschen nicht zwingen und auch nicht für ihn machen. Die Entscheidung für Veränderung muss aus der Person selber kommen. Auch wenn es unglaublich erscheint, aber manche hängen zu sehr an Ihrer Leidensgeschichte.

Was ich Ihnen empfehle, seinen sie da für Ihren Vater, in Liebe ohne Bedingung, ein Halt und eine Inspiration, die nicht fordert. Achten Sie dabei auf sich, so dass Sie diese Unterstützung aus ehrlicher Kraft geben und nicht aus falschem Pflichtgefühl. So sind Sie nie darauf angewiesen etwas zurückzubekommen, sondern schöpfen die Stärke aus sich selbst. Der Organismus Ihres Vaters, wie bei jedem anderen Menschen auch, ist intelligent. Achten Sie auf die Signale und helfen Sie Ihrem Vater sie ebenfalls zu vernehmen. „Tragen“ Sie Ihren Vater nur für einen begrenzten Zeitraum, irgendwann aber muss er selber fliegen, dass können Sie nicht für Ihn tun.

In einem bewegten und unsicheren Umfeld, wie es offensichtlich in der gegenwärtigen Situation auch für Sie der Fall ist, ist es wichtig einen guten Selbstbezug zu haben. So verlieren Sie sich nicht in den äußeren Umständen und bleiben frei. Ein Buch von einem meiner Einflüsse heißt „Die neue Erde“ (Autor: Eckhart Tolle). Es ist momentan für viele Menschen ein Halt und ein wirkliche Hilfe in einer schnellen Zeit. Dieses Buch könnte auch für Ihren Vater eine willkommene Hilfe sein.

Mit einem freundlichen Gruß und dem Wunsch für sanfte Klarheit,
Falk Mieschendahl
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