Seite 1 von 1

Kann ich Bewusstheit wieder verlieren?

BeitragVerfasst: Mittwoch 21. Januar 2009, 17:35
von Falk
Frage (per e-Mail): Obwohl ich spüre, wie ich bewusster und leichter werde, falle ich immer wieder zurück in ein Loch der Unbewusstheit. Kann ich die Bewusstheit wieder verlieren?

Antwort: Ja, mit dem Leben ist das so eine Sache, es will nämlich oft nicht so, wie wir es wollen, einschließlich der Bewusstheit. Was ich empfehle, wenn es nicht nach Plan geht und du merkst, dass die alten Muster der Verteidigung und des Leidens aufbrechen, dann lade das Leiden ein. Erlaube dir Leiden zu erfahren, erlaube dir in der Enge zu sein. Gleichzeitig prüfst du, wer leidet. Zu wem kommen die Leiden? Das musst du fühlen (aber nicht damit es weg geht, sondern einfach um Klarheit zu bekommen). Ist das, was das Leiden wahrnimmt, von dem Leiden betroffen (jetzt im Moment)? Sei still und prüfe nach, ohne Interpretation, ohne einen spirituellen Ausweg zu suchen.

„das Gefühl nicht gut genug zu sein, nicht zu genügen, alle damit verbundenen Ängste von Ablehnung, Existenzängste, das volle Programm“

Genau diese Urkonditionierung ist das Spannende, da sie den größten Kampf beinhaltet. Schön, dass du sie in dieser Klarheit erkennen kannst. Alle Menschen haben sie, in der ein oder anderen Form. Alles im System (die Konditionierung) ist darauf aufgebaut sie nicht zu erfahren, ein ewiges Vermeidungsmuster gegen die Urangst, nicht zu genügen, ein niemand zu sein. Ich empfehle dir, erlaube dir zu erfahren ein niemand zu sein und spüre wie es sich anfühlt. Schaue dieser Angst ins Gesicht, mit Haut und Haaren spüre sie und fühle, ob sie im Zentrum eine Bedrohung ist, ob das was du bist durch sie bedroht ist.

Mache dies aber nicht, damit das Gefühl von ein niemand zu sein weggeht. Im Gegenteil, lasse es hier und strahle mit dem Licht der Bewusstheit in das Niemandsland, dass du bist. Aus der Perspektive des Verstandes bist du nie genug, denn in Wirklichkeit bist du formlos, ohne Form. Der Verstand kann dich nicht wirklich finden, sondern nur deine Geschichte und die ist immer wackelig (weil es eben eine Geschichte ist). Kenne dich, als das was du bist, jetzt und immer.

Mitten im Lärm, spüre dich und die grenzenlose Tiefe die du bist. Spüre die Menschlichkeit.

Einen lieben Gruß,
Falk