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ich bin oft antriebslos

BeitragVerfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 20:27
von Falk
Frage (per Email): ....Ich merke oft, daß ich antriebslos bin und gewisse Dinge, die ich mir fest vorgenommen habe, nicht erledige. Ich versuche mich nicht unter Druck zu setzen und die Angst zuzulassen. Aber was ist, wenn mich mein altes Vermeidungverhalten, sobald ich wieder im Berufsleben stehe, einholt? Bisher konnte ich trotz besseren Wissens auch nichts daran ändern. Ich habe es dann immer irgendwie erledigt, aber es hat mich enorm viel Kraft und Energie gekostet....

Antwort: Etwas zu vermeiden, da man momentan keine Anziehung verspürt, ist normal. Man muss nicht immer rotieren und machen, um jemand besonderes zu werden. Manchmal genügt es auch einfach so wie man ist zu sein, ohne zu machen. Wenn dann wieder Energie und Anziehung da sind, fällst du automatisch wieder ins machen und handeln. Das ist Teil des Menschseins.-

Ein extremes Vermeidungsverhalten hat seine Ursache in einem tiefen Bedürfnis nach weniger Input (Energiesparmaßnahme) und/oder in Angst (z.B. Angst vor dem Versagen). In anderen Worten, wenn wieder mehr Energie vorhanden ist (durch natürliche Bewusstheit im Alltag), ist auch wieder die Basis für authentisches Handeln geschaffen. Gönne dir etwas Zeit, damit sich diese Lebensenergie wieder sammeln kann. Sei allmählich und behutsam mit dir, weil im Moment bist du dran (und nicht Dinge, die du in der Zukunft machen musst oder wirst). Frage dich, wer es ist, die vermeidet? Fühle dich. Ändert sich das, was du bist durch deine Handlung? Schaue nach. Es ist anders, als man denkt und die andern um einen herum behaupten.

Handle, wenn du handelst, aber nicht aus Zwang und Druck, denn dann wird es schnell wieder unehrlich und eng. Und das sind die alten Muster. Wenn du innerlich spüren solltest, dass die alte Sache für dich nicht mehr passt, dann fühle, was dir Freude machen könnte, ganz still in dir. Wenn du in dir nur Abneigung gegen den das "alte" verspüren solltest, dann sei offen für etwas "neues", auch wenn du im Moment noch nicht weißt, was es ist. Erlaube etwas Unsicherheit. In deiner Offenheit wird sich eine Lösung zeigen. In der Zwischenzeit, mache das, was momentan praktisch geht.

Wenn du merkst, dass du im Rück- und Selbstbezug lethargisch-depressiv wirst, gehe viel spazieren und verbringe Zeit mit dir beim Gehen. Verschwende nicht zu viel Gedanken an wie es werden wird, denn das ändert nichts. Du bist jetzt, findest in diesem Moment statt. Dein Wert kann durch machen oder nicht machen nicht verändert werden. Daher folge deiner Anziehung und manchmal ist die Anziehung, nichts zu tun, sondern sich um dich zu kümmern. Die meisten Therapeuten verstehen das nicht, weil sie es selbst nicht leben.

Einen lieben Gruß,
Falk