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1. Erfahrungsbericht über Burnoutbewältigung

BeitragVerfasst: Samstag 17. Juli 2010, 18:52
von Falk
Dieser Email ist von einer Frau, die, wie ich denke, auf wunderbar humaner Weise schildert, wie die Integration von Burnoutbewältigung im Alltag sich in einem individuellen Prozess entwickeln und vertiefen kann.

"Lieber Falk,

jetzt ist schon über ein Monat seit meiner Kur vergangen, in dem ich beobachten wollte, wie ich mit den ganzen Dingen zurechtkomme.

Gleich vorweg: Die Woche mit Deinem Coaching war die intensivste Woche meines Lebens, es gibt sonst keinerlei Zeiträume in meinem Gedächtnis, die ich so intensiv wieder abrufen kann wie diese. Es war für mich eine wunderbare, sehr berührende und beeindruckende Zeit. Ich habe mich so wohl wie schon lange nicht mehr gefühlt...

Ich fuhr doch mit einem gehörigen Respekt nach Hause, da ich mir nicht sicher war, ob ich das Gelernte gut integrieren konnte und ich wollte es doch auf keinen Fall verlieren. Die Vorsätze waren groß und die erste Woche war sehr schwer und holprig. Aber ich hatte immer im Kopf, dass auch schon ein kleiner Moment der Aufmerksamkeit reicht. Da habe ich erst mal alle Erwartungen und Vorsätze, was ich alles in mein Leben integrieren wollte, weggekippt und nur immer wieder kleine Momente des Bewusstseins in meinem Alltag gesucht, auch wenn es nur kleine Augenblicke waren. Das Wunderbare war, dass die Dinge, die Du gesagt hast, so fest in mir verankert sind, dass Sie mir immer wieder einfielen und mich ins „Jetzt“ holten. Auch das Bild des Hauses mit den offenen Fenstern und Türen, dass uns Deine Frau gezeigt hat, hilft mir so sehr.

Und jetzt nach fünf Wochen, kann ich doch schon eine erstaunliche Wandlung feststellen. Ich bin deutlich ruhiger, mir fällt auf, dass ich nicht mehr durch meinen Alltag renne, sondern oft sehr bewusst und ruhig gehe. Mein Mann fragte mich eines Morgens, ob ich nicht in die Arbeit müsse, da ich so entspannt sei, es lag aber ein ganz normaler Arbeitstag vor mir. Eine Freundin meinte, dass ich viel entspannter aussehe und eine ganz andere Schwingung ausstrahle. Schön langsam kann ich auch immer mehr Dinge in mein Leben integrieren, die mir gut tun. Ich mache jeden Morgen den Sonnengruß und der beste Tipp war die Massage mit Sesamöl, das tut mir so gut! Ich habe mir auch jetzt in München jemanden gesucht, der „The Work“ mit mir macht, da es bei einigen Themen doch noch leichter ist, wenn mich jemand hindurchführt.

Ich habe festgestellt, dass schwierige Situationen zwar noch immer nicht lustig sind, ich aber nicht mehr so Angst davor habe und sie schneller ihren Schrecken verlieren. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben eine Gewissheit in mir, dass ich in mir das Werkzeug habe, um mit allem was kommt zurechtzukommen. Es liegt nicht mehr ein Berg voll Schrecken vor mir, den ich meinte nie überwinden zu können und der mich erstarren ließ. Stattdessen sehe ich, dass es ein Weg ist, der manchmal vielleicht etwas steiler und steiniger ist, ich aber alles bei mir habe was ich brauche, um darauf zu gehen.

Ich fühle auch zum ersten Mal seit langem wieder Lebensfreude, es gibt so viele kleine Dinge, die mir wieder Freude und Spaß machen.

Ich wollte Dir noch gerne kurz einen Eindruck schildern, der mich sehr bewegt hat. Ich stand auf dem Bahnsteig und wartete auf meine U-Bahn, die sich sehr verspätete. Früher hätte dies Druck und Stress bei mir ausgelöst. Ich beobachtete die Uhr und sah, wie sich der Sekundenzeiger bewegte. Ich war gerade ganz bei mir und mir wurde schlagartig klar, das dies nur eine mechanische Bewegung ist, dass diese Bewegung des Zeigers nichts mit mir zu tun hat und dass ich so, wie ich bin, unveränderlich und ganz bin. Ich weiß nicht, ob ich das richtig ausdrücken kann, aber in dem Moment spürte ich, dass nichts mich wirklich beeinflussen kann, ich fühlte nur das „Ich bin“. Wahnsinn!!!!!

Auch wenn ich weiß, dass ich noch viel ändern kann und mir manche Dinge in meinem Leben genauer anschauen muss, ob ich da wahrhaftig bin, erlaube ich mir jetzt kleine Schritte zu tun und sanft mit mir zu sein.

....

Alles Liebe

Sigrid
"