Über die Achtsamkeit

Über die Achtsamkeit

Beitragvon Falk » Donnerstag 4. April 2013, 20:14

Über Achtsamkeit zu schreiben oder zu sprechen ist ein von Anfang an zum Scheitern verurteiltes Unterfangen, da man die Achtsamkeit nicht in Worte und endliche Formen packen kann. Das ist so mit all dem, was von Natur aus formlos, essenziell und spirituell ist: Liebe, Mitgefühl, Dankbarkeit.

Achtsamkeit ist die unbeschreibbare Erfahrung von Bewusstheit, ein Gefühl von »no-thing«. Auf der Ebene von Worten ist Achtsamkeit eher Raum und Leichtigkeit, als Enge und Begrenzung. In diesem Raum residiert jedoch reiches Wissen. Es handelt sich dabei nicht um intellektuelles, holpriges oder umständliches Wissen, sondern die Art von intuitivem, sofortigem Wissen, das die Kraft hat innerhalb eines Sekundenbruchteils Konzepte zu vermitteln, die man analytisch-intellektuell nur in vielen Jahren Studium annähernd begreifen könnte.

Es ist die Art von Wissen aus dem, wenn erfahren, ein sofortiger grundlegender Perspektivwechsel und Veränderung entstehen, die tief in das Leben und das Zentrum der Person eingreifen und ihm eine andere Richtung geben können.

Achtsamkeit ist praktischen Wissen. Achtsamkeit führt zur Erkenntnis, dass ich bin. Ich bin, hier und jetzt. Ich bin im Wesen keine Geschichte. Ich bin. Darin liegt Klarheit, Kraft, Halt und Liebe. Achtsamkeit bedeutet zu sein und im Alltag zu machen, ohne zu machen. Authentisch zu machen aus dem was ich bin. Im Alltag achtsam zu sein bedeutet sich regelmäßig seiner selbst bewusst zu sein. Es handelt sich um kleinen Inseln von Bewusstheit.

Im therapeutischen Kontext bedeutet Achtsamkeit weniger Gedankenlärm, mehr innere Ruhe, mehr Klarheit, besserer Schlaf, weniger Hetze und Konsum, mehr Wertschätzung, mehr Balance und vieles anderes. Es gibt keine negativen Nebeneffekte. Achtsamkeit ist jedoch nichts Passives, nichts Abwartendes, nichts Meditativ-Schläfriges oder Hoffendes. Achtsamkeit ist strahlend, sich zeigend, 100% absolut und 100% relativ.

Verweilen, schauen, still seine. Sekunden der Bewusstheit, immer wieder. »Islands of Sanity« inmitten von wildgewordenen Gedankenwelten. Gedanken kommen und gehen und ich bin. Mit Augen zu, mit Augen auf. Beim Einkaufen, beim Essen, beim Spazierengehen, beim Baden, beim Arbeiten. Immer wieder zurück zum Heimatflughafen. Das pure Wahrnehmen, ohne Bewertung ist hierbei mein Freund. Kein Kampf und keine Flucht. Ich bin.

Einen wachen Tag, Falk
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