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Meister Eckhart (1260-1328) über Burnout

BeitragVerfasst: Montag 15. Februar 2010, 07:46
von Falk
"Solange ich meine schöpferischen Gaben beachtet habe, konnte ich frei beten und als Mensch wachsen. Habe ich mich jedoch an der Leugnung dieser Gaben beteiligt oder sie unterdrückt, so ging es mir schlecht. Meine Liebe zum Leben schwand. Ich betete nicht mehr. Ich wurde kleinmütig und zynisch oder trieb mich bis an den Punkt, wo ich kleinmütig und ausgebrannt war. Ich litt unter Arbeitszwang, um so auszugleichen, was ich meinem schöpferischen Selbst verweigerte."

Dieses Zitat, in unsere Zeit passend, stammt von Eckhart von Hochheim, bekannt als Meister Eckhart (1260 - 1328), einem bedeutenden Theologen, Philosophen und christlichen Mystiker. Man kann dabei gut sehen, wie alt das Thema des Ausbrennens ist. Und wie eh und jeh, ist einer der kraftvollsten Wege, um aus einem Burnout zu gelangen, wieder auf seine ureigenen Bedrüfnisse zu hören und ihnen zu folgen. Es geht um das, was einem Freude macht, privat aber auch beruflich. Es geht um Freiräume. Kein anderer hört für uns auf diese Bedürnisse, nur man selbst kann diese machen. Manchmal ja, manchmal nein. Auch bewusste Muse und Hobbys spielen eine wichtige Rolle in der individuellen menschlichen Balance. Dies hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Ehrlichkeit, mit Authentizität im täglichen Alltag. Und selbstverständlich müssen auch Kompromisse gemacht werden, das Praktische muss bedacht werden, aber die Lebensgrundlage sollte im Großen und Ganzen ehrlich sein, sonst geht der Mensch auf Dauer vor die Hunde. Man wird dann ein kleinmütiger, getriebener und ausgebrannter Mensch, wie Meister Eckhart es eben schreibt. Nichts kann diesen Dauerzustand rechtfertigen, auch nicht die vermeintliche Sicherheit eines bestimmten Jobs oder das Aufrechterhalten einer alten Tradition. Arbeitszwang und die Versprechungen der Arbeit können sehr verführerisch sein, aber führen nicht ins Happy End, keine nachhaltige Zufriedenheit. Balance ist wichtig für die Seele.

Einen schönen Tag wünscht Falk