Die Grundlage des Burnout

Die Grundlage des Burnout

Beitragvon Falk » Sonntag 28. September 2008, 10:46

Aus der Perspektive der Verstandes, mag es sich unglaublich anhören, aber es gibt zwei grundlegend unterschiedliche Haltungen zu leben: in Anwesenheit oder in Abwesenheit. Sie verhalten sich wie zwei verschiedene Persönlichkeiten.

Abwesenheit ist geprägt durch zwanghaftes Nachdenken, Unruhe, Vergangenheit und Zukunft, der Stimme im Kopf, Hoffnung, Stress, Angst und dem individuellen Gefühl von Getrenntheit von allem anderen. Anwesenheit, auf der anderen Seite, ist still, im Frieden, kennt nur das Hier und Jetzt und ist im Einklang mit sich und der Umgebung. Ein Gefühl von wacher Lebendigkeit und Flow begleiten es.

Jetzt in diesem Moment, existieren beide Zustände in dir.

Der Grundzustand eines Menschen ist Anwesenheit, wie bei Kindern leicht ersichtlich, wenn sie in ihrer Leichtigkeit und Freude im Spiel vertieft sind. Für die meisten Menschen, aber ist diese spielerische Leichtigkeit nicht mehr Teil des Alltags. Sie ist überlagert worden von der Identifikation mit Gedankenformen, von dem zwanghaften ständigen Nachdenken müssen.

In Abwesenheit zu leben, heißt nicht automatisch, dass man eine Krise oder Burnout erleiden muss. Für die meisten ist Abwesenheit ein erträglicher Grundzustand. Man funktioniert eben, privat, wie auch bei der Arbeit. Das Potenzial eines Menschen aber ist wesentlich mehr. Sich zu kennen, in aller Klarheit, ist der Schlüssel um das ganz Potenzial zu nutzen und ein erfülltes und grundlegend gesundes Leben zu erfahren.

Chronische Erschöpfung und Burnout sind das Resultat des ständigen Nachdenkens (Abwesenheit), oft gepaart mit Überförderung im Umfeld, die die innere Unruhe zusätzlich anheizt. Ein konditionierter, interner Krieg findet statt. Ein Energiedieb, der ständig Kraft und Energie verbraucht. Bei manchen geht dieser Kampf sogar nachts im Schlaf oder zumindest dem, was davon übrig geblieben ist, weiter. Irgendwann ist das Energiereservoir vollständig aufgebraucht. Nichts geht mehr. Dies ist Burnout.

Das tückische an diesem Prozess ist, dass der oder die Betroffene ihn meist gar nicht erkennt, sondern erst darauf aufmerksam wird, wenn das System anfängt sich zu schützen, bzw. wenn das schwächste Glied bereits gebrochen ist (Hyperaktivität, Nervenkrankheit, Herz-Kreislaufprobleme, Hörsturz, etc.)

Ein in sich ruhender, anwesender Mensch, kann dagegen nicht ausbrennen, beziehungsweise erholt sich vom Ausgebrannt sein in kurzer Zeit, da die Ursache entzogen wird. Im Zustand der inneren Stille ruht der Mensch in sich, der Geist ist zur Ruhe gekommen. Ängste, Depression und Druck erhalten nicht mehr das Futter, um sie am Leben zu halten. Körper, Geist und Seele tendieren somit wieder zurück in Richtung des natürlichen Zustandes von Gesundheit.

Dieser Zugang ist für jeden Menschen möglich, unabhängig der individuellen Umstände, denn es ist der Grundzustand. Es ist nur eine Frage der Bereitschaft. Jeder, der diesen anwesenden Zugang zu sich entdeckt, durchgeht Veränderung. Sich selbst zu kennen, ist die ultimative Medizin bei Burnout und stressbedingten Krankheiten.

Denn wenn es innerlich still wird, öffnet sich der Vorhang des Geistes und Licht strahlt herein. Der Mensch lebt auf.

Falk
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