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Heilung durch Selbstfindung? Wie soll das gehen?

BeitragVerfasst: Mittwoch 4. November 2009, 21:36
von Falk
Wie heile ich?
Der erste Schritt zur grundlegenden Heilung des menschlichen Leidens, ist die Antwort auf die Frage, wer ist krank? In der richtigen Antwort liegt die ultimative Medizin. Nein, ich meine weder den Namen der Person noch den Körper der Person noch eine theoretisch-philosophische Abhandlung, sondern die Frage nach dem, wer ich wirklich bin? Was macht mich wirklich aus?
Die gelernten spirituellen, philosophischen oder wissenschaftlichen Antworten reichen hier nicht aus. Die Antwort ist zu tief, zu subtil, zu formlos, zu allumfassend. Keine verbale, intellektuelle oder formbasierende Antwort reicht aus, um diese Frage zu beantworten. Die Antwort kann nur gefühlt werden, obwohl es ironischerweise nichts zum fühlen gibt. Die Türe zu dieser nicht-Erfahrung liegt in der Gegenwart. Wenn ein Mensch still ist, nach innen spürt und für einen Moment keine verbalen Selbstgespräche führt, kann er der Antwort sehr nahe kommen, obwohl da nichts ist und obwohl er das, was er wahrnimmt, keinem anderen richtig mitteilen kann. Oh, wie schade! Er kann sie nicht in Worte fassen, genauso wie das Unendliche nicht endlich gemacht werden kann, egal wie geschickt und kreativ der Versuch ausfällt. Freude, grundlos im Wesen und ohne Gegenpol, ist alles was bleibt.
Jeder, der die Antwort erfahren möchte, muss sie in sich selber spüren. Sie entsteht aus einer tiefen Sehnsucht nach der Wahrheit, nach dem Selbst. Wenn die Antwort sehr klar und deutlich erfahren, sozusagen als höchste Wahrheit erkannt wurde, nennt man es Realisation.
Ein Perspektivwechsel passiert. Die tragische Identifikation mit Körper, Gedanken, Emotionen, Erinnerung und Zukunft steht nicht mehr im Mittelpunkt des Lebens, denn sie wurde als ein Missverständnis entlarvt. Als Erkenntnis bleibt: Ich bin das, was ich bin, ich bin nichts und doch alles, ich bin reines Bewusstsein, formloser Raum, ohne Worte und unaussprechlich.
Was ändert sich? Nichts wirklich, nur das Leiden löst sich auf, da die gelernt Fixierung auf die Form sich auflöst, selbst wenn die Schmerzen des Körpers weiterhin kommen und gehen. Aber auch die Schmerzen werden weniger, da man innerlich entkrampfter, offener und sanfter ist, bzw. besser die Bedürfnisse des Körpers vernehmen und ihnen folgen kann (obwohl glücklicherweise nicht einmal das mehr notwendig ist). Aus Wahrheit heraus die Bedürfnisse des Körpers zu beobachten, sie zu verstehen und ihnen zu folgen, ist der zweite Schritt der Heilung, die körperliche Heilung. Dabei entfaltet sich ein authentischer, selbstverantwortlicher, im Innern entdeckter Weg. Dabei gibt so viele Wege, wie es Menschen gibt. Einer dieser Wege, so wie Hermann Hesse in erzählt, ist der des Fährmanns über den Fluss. Was ist die stille Anziehung deines Herzens? Was flüstert der innere Heiler und Meister in großer Lautstärke?