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Erfahrungsbericht von Petra: ich bin

BeitragVerfasst: Mittwoch 8. April 2009, 21:43
von Falk
Auszug aus Petras Email:

...Heute möchte ich Dir von einer "Entdeckung" berichten: Als ich nach meiner Rückkehr mal in unserem nahegelegenen Wäldchen spazieren ging fiel mir total plötzlich auf, dass ich schon einige Male in der Vergangenheit (und da spreche ich von Zeiträumen, die länger als 20 Jahre zurückreichen) für wenige Sekunden darüber nachgedacht hatte bzw. das Gefühl hatte, dass ich mich irgendwie gar nicht verändere. (Das fühlte sich in dem Moment an wie eine "Eingebung", dieser Gedanke kam quasi aus dem Nichts. Ich hatte nicht aktiv über diese Frage nachgedacht.) In diesen vergangenen Momenten war das eigentlich immer nur ein kurzer Moment, wo ich das feststellte, dann schüttelte ich so ein bisschen innerlich den Kopf, dachte "das ist schon irgendwie ein bißchen seltsam, ich habe das Gefühl, dass ich irgendwie gar nicht 'älter' werde". Dabei blieb es dann und ich widmete mich wieder dem, was gerade so anstand. Im wesentlichen würde ich es wie folgt beschreiben: So wie ich jetzt aus mir herausschaue bin ich immer noch die gleiche wie die, die als Kind auf dem Fahrrad die Straße rauf und runter fuhr, die später dann auf Klassenfahrt war, die an den verschiedensten Orten auf der Welt quer über den ganzen Globus war, die verschiedenste Menschen getroffen hat, die schönes erlebt hat, schlimmes erlebt hat, bis heute. Da war tatsächlich etwas, das sich im Grundsatz rein gar nicht veränderte. ICH blieb immer die Gleiche! Egal was ich zwischenzeitlich erlebt und erfahren hatte, welche Gedanken ich gerade hatte, welche Kenntnisse ich erlangt hatte, ob ich verheiratet war oder nicht, etc. Egal was war! Das Leben hat mich in all den fast 46 Jahren irgendwie kein bisschen verändert. Damit ist klar: Das Leben wird mich auch weiterhin nicht wirklich verändern - egal was kommt! ICH bleibe ICH, solange ich BIN.

Das war mir vorher überhaupt nicht bewußt. Dieses "ich bin" konnte ich bisher nicht fühlen. Ich fühlte mich eher wie "hilflos hinspürend" und "nichts wirklich wahrnehmend" wenn es in der Meditation z.B. darum ging, oder auf dem Mönchsgang. Da sagte ich das "ich bin" wie eine Abfolge von Buchstaben vor mich hin, die mir in Kisuaheli auch nicht mehr bedeutet hätten. Damals hatte ich so ein Zombie-Gefühl. Ich lief wie ein Roboter und fühlte gar nichts. Mein Körper fühlte sich an wie ein Fremdkörper, der einfach irgendwie automatisch neben Dir her lief. "Ich" saß auf seiner rechten Schulter und schaute knapp an meinem rechten Ohr vorbei nach vorne. Im Prinzip ist das ja - nun im Nachhinein betrachtet - gar nicht so völlig fernab von der Wahrheit. Damals war ich aber ein bißchen "verstört" anschließend. Es war auch super anstrengend damals. Ein bisschen kommt es mir jetzt aber so vor als ob ich erst neulich wirklich von diesem Mönchsgang zurückgekommen bin, als ich aus "meinem" Wäldchen zurückkam.

Wieder kann ich nicht von einem "Jappajappaduuuuh"-Gefühl sprechen. Das ist alles ganz leise. Es ist eben einfach wie es ist....

Danke, Petra