Erfahrung von "Dreifaltigkeit"

Erfahrung von "Dreifaltigkeit"

Beitragvon Falk » Donnerstag 2. Juli 2009, 07:19

Frage: ...Am Samstag war ich mehrere Stunden alleine in der Natur unterwegs. Da habe ich nach einiger Zeit eine ganz interessante Erfahrung gemacht.
Plötzlich hatte ich das Gefühl, als ob eine "Dreifaltigkeit" unterwegs wäre: Das körperliche ich, das innere ich, und der Geist bzw. die Gedanken. Das innere ich ist so mit dem körperlichen ich "mitgewandelt", ebenso die Gedanken, alles verwoben aber doch getrennt. Der Körper ist einfach "gegangen" ohne Mühe. Ich hatte das Gefühl, als ob ich Energie in verschiedene Zonen des Körpers senden könnte. Danach habe ich die Natur in wesentlich kräftigeren Farben wahrgenommen und bin sehr entspannt nach Hause gekommen - eine ganz tolle Erfahrung...

Anwort: ...deine Erfahrung mit der "Dreifaltigkeit" sind die Einsichten in das Wesentlich, die wir erfahren dürfen, wenn wir beginnen nach Innen zu schauen. Man kann Sie auch spirituelle Erfahrungen oder Einsichten nennen.
Das körperliche Ich ist kein wirkliches Ich, sondern nur die alte, konditionierte Bindung an den Körper, ganz nach dem Motto: ich schaue, gehe, rieche, schmecke und fühle durch den Körper, also bin ich der Körper. Diese Bindung wird uns von klein auf beigebracht und in der Regel auch nie hinterfragt. So entsteht die "Verwechslung" mit Form, einschließlich den Emotionen, Stimmungen, Gedanken, Umständen. Ich werde zu dem, was ich wahrnehme. Dieses Missverständnis ist die Wurzel des menschlichen Leidens.
Der Körper ist wie das Gefäß, das das Ich beinhaltet. Ohne das Gefäß, gibt es keine individuelle Bewusstheit, keine Lebenskraft, nichtsdestoweniger ist das Ich aber nicht der Körper.
Die Gedanken sind der bewegte Teil des Geistes, den stillen Teil des Geistes kann man individuelles Bewusstsein nennen. Es ist das feinste Ich-Gefühl, das uns morgens das unbestimmte Gefühl vermittelt, erwacht zu sein und abends als letztes "einschläft". Dieses Ich-Gefühl ist leicht zu übersehen, da es immer da ist, wenn ich wach bin. Im Traum ist das Ich-Gefühl verändert, meist nicht so klar, wie am Tage, auch wenn wir die eigene Anwesenheit spüren können. Im traumlosen Tiefschlaf ist nichts da, kein Ich, keine Geschichte und keine Sorgen.
Die Dreifaltigkeit zu sehen ist spannend. Durch die Ausrichtung auf seine "Komponenten" wird es sehr schnell innerlich still. Normalerweise ist die Ausrichtung nur auf den Körper und die Gedanken, der Beobachter selbst, das Ich, aber wird übersehen. Durch die Ausrichtung auf den Beobachter, beginnt sich die Beziehung mit Körper und Gedanken zu verändern, sie wird schwächer. Die Beziehung mit dem Ich aber wird stärker. Das was einen Menschen zutiefst ausmacht, rückt in den Mittelpunkt. In diesem Ich, diesem Sein, liegt eine unendliche Mühelosigkeit. Für einen Menschen zu erfahren, dass das was man ist, im Wesen mühelos ist, unabhängig der Umstände, ist eine wunderbare Realisation, die in einigen der alten Weisheitstraditionen, als das primäre Lebensziel beschrieben wird.
Einen lieben Gruß, dein Falk
Falk
Site Admin
 
Beiträge: 215
Registriert: Freitag 14. März 2008, 18:55
Wohnort: www.humanflow.de

Zurück zu Selbstfindung & Zufriedenheit

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron