Wie kann ich meinem Sohn helfen?

Wie kann ich meinem Sohn helfen?

Beitragvon Falk » Mittwoch 21. Januar 2009, 17:40

Frage (per e-Mail): Mein Sohn hat Burnout. Was bedeutet das? Wie kann ich ihm helfen?

Antwort: Ihr aktives Bestreben Ihrem Sohn zu helfen ehrt Sie und berührt mich.

Wenn ein Mensch an einem Burnout erkrankt ist, befindet er sich innerlich in einem Zustand geistige Hyperaktivität, bzw. im Endstadium in einem Zustand der inneren Leere (das System schützt sich vor weiterem Input, um zu heilen). Der Zustand geistiger Überaktivität drückt sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich aus, z.B., als fortwährende Angst, ständiger Druck und/oder depressive Schwere. Egal welche individuelle Symptomatik auftritt, gemeinsam haben die Betroffenen eine innere Erschöpfung, die aus der geistigen Überaktivität resultiert. Was der Mensch braucht ist innere Ruhe, die aber nicht in dem Umständen und der Psyche gefunden werden kann. Kurzfristig kann innere Ruhe über äußere Einflüsse angeregt werden, wie zum Beispiel, über Medikamente, Urlaub, positives Denken (Prinzip Hoffnung), Affirmationen, Entspannungstechniken, usw. Um dauerhafte innere Ruhe zu erfahren und die Burnout Ursache an der Wurzel anzugehen, müssen innerlich die konditionierten Muster des Geistes außer Kraft gesetzt werden. Ein neuer Nährboden muss geschaffen werden. Obwohl dies im Prinzip ganz einfach ist, bedarf es von dem Einzelnen eine Bereitschaft und Konsequenz für innere Veränderung.

Obwohl Sie letztendlich nichts für Ihren Sohn machen können, da er selbst in sich etwas ändern muss, aktiv nicht passiv, empfehle ich Ihnen zur Unterstützung zwei Dinge: geben Sie ihm Raum und Liebe. Raum ist das Gegenteil von Enge und Druck. Liebe ist die Wärme des Herzens, die nichts zurück haben muss. Dies ist das, was einem Betroffenen zusätzliche Stabilität verleiht, so dass er mehr Kraft und Halt erfährt, um sich auf den Weg zurück zum Wesentlichen zu machen. Vielleicht können Sie ihm auch mit verschiedenen Therapievorschlägen helfen, die Sie recherchieren und ihm als mögliche Optionen anbieten. Fühlen, was für ihn das Richtige ist, aber muss und kann er natürlich nur selber. Denn für eine dauerhafte Veränderung muss er den Weg gehen, nicht Sie.

Auch wenn der Burnout schrecklich für den Betroffenen (und oft auch die Angehörigen) ist, ist er letztendlich nur ein Wachruf von Körper und Geist aus der Intelligenz heraus, die den Organismus steuert. Dieser Wachruf sagt einem, dass man irgendwann das Wesentliche aus den Augen verloren hat, nämlich sich und seine Lebensqualität. Wenn dieser Wachruf dazu führt, dass man wieder zurück zu sich findet, sprich bewusster wird, dann hat der Burnout seinen Zweck erfüllt, denn dann wird man wieder klarer, leichter und gesünder, oft wesentlich glücklicher, als vor dem Burnout.

Ihnen viel Kraft, Raum und Liebe,
Falk Mieschendahl
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