Hilft Flow auch bei zuviel Emotionen?

Hilft Flow auch bei zuviel Emotionen?

Beitragvon louna » Sonntag 14. Februar 2010, 14:45

Hallo Falk, unbekannterweise!
Ich arbeite als Psychotherapeutin und frage mich, ob mir eine Flow-Kur helfen könnte: Ich sehe mich am Rand eines burn-outs, bin oft sehr verzweifelt, erschöpft - vor der neuen Woche graut mir. Sowohl beruflich, als auch privat sehe ich mein Problem darin, daß ich große Mühe habe, mich von anderen Menschen (ihren Gefühlen, Energien, Wünschen..) abzugrenzen. Meiner Einschätzung nach führt das nicht in erster Linie zum "Kopfkino" (obwohl es da auch reichlich oskarreife Dramen gibt :roll: ), sondern dazu, daß ich mich emotional / energetisch so überflutet fühle, so als würde sich mein Gegenüber in mich "entleeren". Meine PatientInnen sind hinterher selbstverständlich entlastet, während ich mich oft schrecklich fühle. Selbst wenn ich dann nicht denke (?), wabert in meinem Bauchraum irgendein Gefühl bzw. körperlicher Erregungszustand rum, der an sich beunruhigend und ängstigend ist.
Meine Frage also, ob Flow mir helfen könnte.
Mit freundlichen Grüßen, louna.
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Re: Hilft Flow auch bei zuviel Emotionen?

Beitragvon Falk » Montag 15. Februar 2010, 08:28

Liebe louna,
die Menschen die uns wegen eines angehenden oder akuten Burnouts besuchen, haben nicht nur ein Gedankenkarussell. Das wäre zwar lästig, aber wohl erträglich. Das Gedankenkarussell führt bei den Menschen zu Gefühlen, bei manchen zu einem Gefühlskarussell. Bei manchen drückt sich dies als himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt aus. Bei vielen beschränkt sich das Gefühlsband aber auf gleichbleibende, negative Gefühlszustände, wie Depression oder Ängste, die sich über einen längeren Zeitraum entwickelt und gefestigt haben. Diese belastenden Gefühlszustande entstehen aus bewussten und oft auch aus unterbewussten Gedanken. Sie sind wie ein emotionaler Schmerzkörper, der sich wie ein Decke über den Menschen legt und den natürlichen Grundzustand von Leichtigkeit überlagert. Das Leben erscheint dadurch immer bedrohlicher und schwerer. Diese Bedrohung aber wird in der Regel nicht von außen erzeugt, auch wenn es für die Betroffene so erscheinen mag, sondern von innen nach außen projeziert. Eine vom Leben getrennte Gedanken- und Gefühlswelt entsteht, ohne das der Person es selber auffällt.
Kann Flow dir helfen? Das ist nicht so leicht zu beantworten, da die Flow Kur ohne deine Mitarbeit und offenes Einlassen nichts bewirken kann. Wenn dies aber gegeben ist, dann kann die Flow Kur dir helfen, dich nicht in all den Gedanken, Schwingungen und Stimmungen, die an dich herangetragen und von dir unbewusst übernommen (ernst genommen) werden, nicht mehr zu verlieren. Dies ist ein Prozess, der meist nicht von heute auf morgen geht, aber auch da gibt es gewaltige Unterschiede von Mensch zu Mensch. Auch sollte man sich einmal anschauen, warum du dich in der Therapeutenarbeit so verlierst? Versuchst du die Menschen zu tragen? Zu begeistern? Hältst du dich für sie verantwortlich oder bringst du ihnen etwas bei, wie sie selbstständig sich aus der Krise ziehen können? Was genau ist es, was dich wirklich in der Arbeit mit den Patienten erschöpft?

Einen lieben Gruß, Falk
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Re: Hilft Flow auch bei zuviel Emotionen?

Beitragvon louna » Dienstag 16. Februar 2010, 12:06

Lieber Falk,
danke für die ausführliche und schnelle Antwort!
Ich beginne mich ernsthaft mit einem Aufenthalt bei Euch auseinander zu setzen.
Für diese von Dir am Ende der Mail gestellten (sehr richtigen und essentiellen!) Fragen: ist dafür Platz und - entschuldigung, daß ich das etwas anmaßend frage, und auch das fachliche Knowhow gegeben, um denen während einer Flow-Woche nach- und auf den Grund zu gehen?
Mit freundlichem Gruß,
Louna.
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Re: Hilft Flow auch bei zuviel Emotionen?

Beitragvon Falk » Dienstag 16. Februar 2010, 18:34

Liebe Louna,
in meiner Erfahrung als Therapeut, der vornehmlich mit den unterschiedlichsten erschöpften Menschen arbeiten darf, habe ich feststellen dürfen, dass es immer wieder die selber wiederkehrenden Muster sind, die die Menschen in die Knie zwingen. Von außen sieht die Erschöpfungssituation immer einzigartig und individuell aus (da unterschiedliche Umstände, Biographien und Symptomatik), aber von einer anderen Perspektive sind es immer wieder die gleichen Ursachen. Sind eine Woche Kur genug? In der einen Woche versuchen wir einen Werkzeugkasten zu vermitteln, um die destruktiven Muster praktisch und selbstständig anzugehen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die analytische Arbeit, sondern das Loslassen dessen, was das Leiden verursacht, jetzt im Moment. Um das zu erlernen, zu erfahren und beginnen zu integrieren, reichen 7 Tage aus. Unser Ansatz ist leicht, nicht schwer. Ist die fachliche Kompetenz gegeben? Wenn du so fragst, würde ich dir antworten, dass die fachliche Kompetenz wohl nicht gegeben ist. Es sind keine Diplom-Psychologen oder staatlich geprüfte Psychotherapeuten vor Ort (außer immer mal wieder als Patienten :-). Wenn du die Frage mit fachlicher Kompetenz im Zusammenhang von Behandlungserfolg meinst, dann schlage ich dir vor, du liest, was ehemalige Patienten auf der Webseite in den Referenzen über die Flow Therapie sagen. Die Referenzen sind natürlich selektiv, aber nichtsdestoweniger präsentieren sie die Mehrheit der Stimmen der Menschen die uns besucht haben. Auch mittelfristig haben wir eine gute Resonanz, aber dies hängt immer mit der Umsetzung der Person im Alltag zusammen.

Einen lieben Gruß, Falk
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