Bohnen der Achtsamkeit - eine Übung

Bohnen der Achtsamkeit - eine Übung

Beitragvon Falk » Donnerstag 30. Mai 2013, 13:42

Bohnen der Achtsamkeit - Alltagspraxis

Viele Menschen, die auf dem Pfad der Achtsamkeit wandeln, berichten mir, dass ihnen die Achtsamkeit im bewegten Alltag schwer fällt. In der Meditation, alleine in einer stillen Umgebung und in der Natur geht es gut, aber außerhalb dieser Schutzräume nicht.

Wie also findet die Achtsamkeit seinen Weg in den Alltag? Ein wunderschöne Hilfe, die eine Brücke zwischen den Welten bauen kann, sind die Bohnen der Achtsamkeit.

Es handelt sich dabei um eine Mikropraktik, in der über den Tag verteilt kleine und größere Impulse gegeben werden und man abends entspannt feststellen kann, wie achtsam man eigentlich schon ist. Kleine Inseln der Stille entstehen inmitten des bewegten Alltags. Ein Gefühl für alltägliche Bewusstheit erwächst.

Für die Übung nehme man etwa 20 getrocknete Bohnen. Rote Nierenbohnen sind perfekt dazu geeignet. Wachholderbeeren und Nüsse gehen auch. Die Bohnen lege ich nun morgens in meine rechte Hosentasche. Im Laufe des Tages, immer wenn ich mich daran erinnere, greife ich nun in meine rechte Hosentasche und nehme eine Bohne zwischen meine Finger. Ich spüre sie und verweile etwas mit der Wahrnehmung der Bohne, ohne gedanklichen Kommentar. Nur wahrnehmen. Ich gebe Aufmerksamkeit.

Dann nehme ich die Bohne in beide Hände, halte sie mit meinen beiden Daumen und Zeigefingern. Ich verweile wieder. Dann wechsele ich mit meiner Aufmerksamkeit von der Bohne nach innen zu mir. Ich verweile nun in mir. Ich spüre den lebendigen Raum in mir. Ich mache nichts, kontrolliere nichts, bin einfach nur hier und jetzt. Ich ruhe in mir, bin nah, ohne Trennung.

Nach ein paar Momenten der »Ewigkeit« nehme ich die Bohne in meine linke Hand und lasse sie in meiner linken Hosentasche verschwinden. Wenn möglich verweile ich weiterhin in mir. Achtsamkeit im Alltag.

Und so wandern im Laufe des Tages die Bohnen von rechts nach links. Es geht hierbei nicht darum irgendwelche Rekorde der Achtsamkeit zu brechen oder unbewusst Bohnen von rechts nach links zu schaufeln, sondern um ein Hilfe für die alltägliche Achtsamkeit. Oft war ich überrascht, wie viele Bohnen doch hin- und hergewandert sind. Das wirkte motivierend. Die Mär, dass ich es nicht kann oder es zu wenig mache, stimmt nicht. Momente der Achtsamkeit sind Geschenke und eröffnen ein Fenster in die Tiefe von sich selbst.

Was macht die Praxis mit dir?

Und nicht vergessen, vor dem Waschen der Klamotten, die Bohnen wieder rausnehmen
Falk
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