Flow Letter (Nov 08) - Ich bin dann mal hier...

Flow Letter (Nov 08) - Ich bin dann mal hier...

Beitragvon Falk » Donnerstag 6. November 2008, 08:50

1. Ich bin dann mal hier...

Hape Kerkeling berichtet in seinem Jakobsweg Bestseller "Ich bin dann mal weg..." davon, wie nach ca. 4 Wochen Wanderung alles innerlich stiller wurde. Es war ihm dann egal, wie er roch, wo er abends schlief, was er zu essen bekam, usw. All die Sorgen, Ängste und Lärm, die sonst immer dominieren, hatten schleichend abgenommen. Und das was übrig blieb, war gut, war einfach. Es fehlte nichts. "Der einzige Halt liegt im Loslassen“, beschrieb Hape diesen Zustand der inneren Leichtigkeit..
Die lange Wanderung kann auf uns wie eine Waschmaschine wirken. Dabei geht es nicht einmal darum, was auf dem endlosen Weg so alles passiert, welche Stempel im Pilgerausweis stehen oder ob man das Ziel Santiago de Compostela überhaupt erreicht. Irgendwann auf der Wanderung nämlich, nachdem das zwanghafte Suchen und die Kontrolle auf der Strecke geblieben sind, bleibt nur noch das Gehen übrig. Mann (Frau) geht. Ich gehe. Dabei kann es innerlich so ruhig werden, dass man sich selber spürt. Man spürt die Wachheit in sich, die Lebendigkeit, ohne den lärmenden Filter, den wir uns im erschöpfenden Funktionieren angewöhnt haben und der das Leben ständig überlagert. In der eigenen Tiefe fühlen wir das, was von Natur aus in Frieden ist, auch wenn dieses Gefühl keine feste Form besitzt..

"Ich bin dann mal weg..." ist ein wunderbarer Buchtitel. Das eigentliche Wirkungsprinzip aber ist genau das Gegenteil vom "weg sein". Es besteht im "hier sein". Wir entspannen und heilen, weil wir in das "Hier und Jetzt" kommen, weil wir mehr anwesend sind. Dabei geht es nicht um eine neo-spirituelle Theorie, sondern um die praktische Ausrichtung auf die Gegenwart, auf das was wir sind, jetzt in diesem Moment.

Diese „Hier und Jetzt“ (Gegenwart) kann gedanklich oder konzeptionell nicht erfasst werden. Es kann nur erfahren werden, so wie es, z.B., passieren kann, wenn eine Person länger auf dem Jakobsweg wandert. Die grundlegende Ausrichtung der ganzen fernöstlichen Tradition und Philosophie, einschließlich aller Meditationen und Körperübungen, ist übrigens auch das „Hier und Jetzt“ und wie wir untrennbar damit verbunden sind.

Das Wirkungsprinzip des Jakobswegs ist kraftvoll und kann von jedem, der möchte eins-zu-eins in den Alltag übertragen werden, ohne dass wir dafür auch nur einen Fuß auf den Weg nach Santiago de Campostelo setzen müssen (dies sollte aber keinen Menschen davon abhalten, wenn er möchte, den schönen Weg zu gehen). Wenn wir unseren Hobbies oder unserer Muse nachgehen, folgen wir bereits unbewusst dem „Jakobsprinzip“. Die Aufmerksamkeit ist durch die natürliche Anziehung so auf die bevorzugte Aktivität ausgerichtet, dass es innerlich stiller wird – wir denken weniger und erleben so Ausgleich.

Menschen, die sich keine regelmäßige Zeit mehr für sich nehmen, nicht mehr nach sich „schauen“, verkümmern früher oder später. Im schlimmsten Fall droht eine chronische Erschöpfung, die direkt mit dem zwanghaften, inneren Lärm und geistige Unbewusstheit verbunden ist. Umso intensiver der Lärm, desto größer ist die Erschöpfung. Im besten Fall, droht das alltägliche Funktionieren. Ein erträglicher Zustand, aber sicherlich nicht das, was man sich vom Leben erhofft hatte.

Die Lösung? Verblüffenderweise sind wir selbst die Lösung. Dabei gilt, umso ruhiger wir innerlich sind, desto klarer können wir uns spüren. Methoden für die innere Ruhe, gibt es so viele, wie es Menschen gibt. Eine davon ist der Jakobsweg. Ich selber gehe morgens gerne auf einen Spaziergang in der umliegenden Natur oder spiele Fußball. Andere Menschen tanzen, spielen Schach, sitzen versunken in Zazen Meditation, machen Yoga, trinken Tee und, und, und…

Lassen Sie am besten ihre natürliche Resonanz entscheiden, was am Besten für Sie ist. Aber machen Sie täglich etwas für sich, ohne Dogma und ohne Zwang. In dem äußeren Lärm, der für die viele Menschen zunehmend lauter wird, ist es manchmal leicht sich aus den Augen zu verlieren, das Unwesentliche mit dem Wesentlichen, nämlich mit sich selbst, zu verwechseln. Dann beginnen wir irgendwann auszubrennen.

Atmen Sie, wenn Sie atmen; fühlen Sie, wenn Sie fühlen; sehen Sie, wenn Sie sehen; gehen Sie, wenn Sie gehen – alles ohne Wertung. Wenn Sie dieses Prinzip anwenden, befinden Sie sich bereits mitten auf Ihrer persönlichen Jakobsweg Wanderung.

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2. Ausbildung zum Human Flow Coach™
Immer mehr Menschen suchen nach innerer Ruhe im bewegten Alltag. Das offene Geheimnis liegt darin sich zu kennen. So ist die Basis der 9 Monate Human Flow Coach™ Ausbildung (3 x 3 Tage plus Hausaufgaben) auch die praktische Selbsterforschung. Erst aus der eigenen Erfahrung heraus gewinnt das Wissen an Tiefe und der Coach an Authentizität, die für die Begleitung von anderen Menschen notwendig ist.
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