Texte

Die Schale

»Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter. 

Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen, und habe nicht den Wunsch, freigiebiger zu sein als Gott. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See. Du tue das Gleiche! Zuerst anfüllen und dann ausgießen. 

Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen. Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selber schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle; wenn nicht, schone dich.«

Bernhard von Clairvaux (1090-1153), Priester

Bohnen der Achtsamkeit

(vom 5. Mai 2013)
Viele Menschen, die auf dem Pfad der Achtsamkeit wandeln, berichten mir, dass ihnen die Achtsamkeit im bewegten Alltag schwer fällt. In der Meditation, alleine in einer stillen Umgebung und in der Natur geht es gut, aber außerhalb dieser Schutzräume nicht. Wie also findet die Achtsamkeit seinen Weg in den Alltag?

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Die Einladung

Es interessiert mich nicht, wovon Du Deinen Lebensunterhalt bestreitest.

Ich möchte wissen, wonach Du Dich sehnst und ob Du es wagst,
davon zu träumen, Deine Herzenswünsche zu erfüllen.

Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich möchte wissen, ob Du es riskieren wirst,
verrückt vor Liebe zu sein, vernarrt in Deine Träume,
in das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten in welcher Konstellation zu Deinem Mond stehen.
Ich möchte wissen, ob Du die Mitte Deines Leids berührt hast,
ob Du durch Verrat, den Du im Leben erfahren hast,
aufgebrochen und offen geworden
oder geschrumpft bist und Dich verschlossen hast vor Angst und weiterem Schmerz.

Ich möchte wissen, ob Du dasitzen kannst mit Schmerz
– meinem oder Deinem eigenen –
ohne irgendeine Bewegung der Ausflucht,
ohne den Schmerz zu verbergen, ohne ihn verschwinden zu lassen, ohne ihn festzuhalten.

Ich möchte wissen, ob Du mit Freude dasein kannst
– meiner oder Deiner eigenen –
ob Du mit Wildheit tanzen und zulassen kannst,
daß Ekstase Dich erfüllt bis in die Fingerspitzen und Zehen hinein,
ohne jene Vorsicht, in der du dich in acht nimmst,
realistisch bist und dich an die Begrenzung des Menschendaseins erinnerst.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du mir erzählst, wahr ist.
Ich möchte wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um zu Dir selbst ehrlich zu sein,
ob Du es erträgst, daß Dir deshalb jemand Vorwürfe macht
und Du trotzdem Deine eigene Seele nicht verrätst.
Ich möchte wissen, ob Du treu sein kannst und zuverlässig.

Ich möchte wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch dann, wenn es nicht jeden Tag schön ist
und ob Du in Deinem Leben einen göttlichen Funken spürst.
Ich möchte wissen, ob Du mit Mißerfolg leben kannst
– mit Deinem und meinem –
und immer noch am Ufer eines Sees stehen und “Ja“ zum Vollmond rufen kannst.

Es interessiert mich nicht, wo Du lebst oder wieviel Geld Du hast.
Ich möchte wissen, ob Du nach einer kummervollen Nacht voller Verzweiflung aufstehen kannst
–ausgelaugt und mit Schmerzen –
und trotzdem tust, was getan werden muß für Deine Kinder oder andere Menschen.

Es interessiert mich nicht, welche Schulausbildung Du hast oder wo und bei wem Du studiert hast.
Ich möchte wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen und nicht zurückschrecken wirst.
Ich möchte wissen, was Dich von innen aufrecht erhält, wenn alles andere wegfällt.

Ich möchte wissen, ob Du mit Dir selbst alleine sein kannst
und ob Du wirklich die Leute magst, mit denen Du Dich in Zeiten der Leere umgibst.

Oriah Mountain Dream (kanadische Autorin)

Zwei Welten

(vom 22. März 2013)
Es existieren zwei Welten in dir. Die eine von ihnen ist real, sie ist aber verdeckt von der zweiten und so wird sie nicht gesehen. Wenn die reale Welt nicht mehr gesehen wird, wird die zweite Welt zur Realität, eine Pseudo-Realität...

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Rede zum 80. Geburtstag von Charlie Chaplin

Als ich mich wirklich 
selbst zu lieben begann, 
konnte ich erkennen, 
dass emotionaler Schmerz und Leid 
nur Warnung für mich sind, 
gegen meine eigene Wahrheit zu leben. 
Heute weiß ich , das nennt man 
“Authentisch-Sein”. 

Als ich mich wirklich 
selbst zu lieben begann, 
habe ich verstanden, 
wie sehr es jemanden beschämt, 
ihm meine Wünsche aufzuzwingen, 
obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif, 
noch der Mensch dazu bereit war, 
auch wenn ich selbst dieser Mensch war. 
Heute weiß, das nennt man 
“Selbstachtung”. 

Als ich mich wirklich 
selbst zu lieben begann, 
habe ich aufgehört, 
mich nach einem anderen Leben zu sehnen, 
und konnte sehen, dass alles um mich herum 
eine Aufforderung zum Wachsen war. 
Heute weiß ich, das nennt man 
“Reife”. 

Als ich mich wirklich 
selbst zu lieben begann, 
habe ich verstanden, 
dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, 
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin 
und dass alles, was geschieht, richtig ist 
– von da konnte ich ruhig sein. 
Heute weiß ich, das nennt sich 
“Selbstachtung”. 

Als ich mich wirklich 
selbst zu lieben begann, 
habe ich aufgehört, 
mich meiner freien Zeit zu berauben 
und ich habe aufgehört, 
weiter grandiose Projekte 
für die Zukunft zu entwerfen. 
Heute mache ich nur das, 
was mir Spaß und Freude bereitet, 
was ich liebe 
und mein Herz zum Lachen bringt, 
auf meine eigene Art und Weise 
und in meinem Tempo. 
Heute weiß ich, das nennt man 
“Ehrlichkeit”. 

Als ich mich wirklich 
selbst zu lieben begann, 
habe ich mich von allem befreit 
was nicht gesund für mich war, 
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen 
und von allem, das mich immer wieder hinunterzog, 
weg von mir selbst. 
Anfangs nannte ich das “gesunden Egoismus”, 
aber heute weiß ich, das ist “Selbstliebe”. 

Als ich mich wirklich 
selbst zu lieben begann, 
habe ich aufgehört, 
immer recht haben zu wollen, 
so habe ich mich weniger geirrt. 
Heute habe ich erkannt, 
das nennt man “Einfach-Sein”. 

Als ich mich wirklich 
selbst zu lieben begann, 
da erkannte ich, 
dass mich mein Denken 
armselig und krank machen kann, 
als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, 
bekam der Verstand einen wichtigen Partner, 
diese Verbindung nenne ich heute 
“Herzensweisheit”. 

Wir brauchen uns nicht weiter 
vor Auseinandersetzungen, 
Konflikten und Problemen 
mit uns selbst und anderen fürchten, 
denn sogar Sterne knallen 
manchmal aufeinander 
und es entstehen neue Welten. 
Heute weiß ich, 
das ist das Leben!

Charlie Chaplin

Über die Achtsamkeit

(vom 18. März 2013)
Über Achtsamkeit zu schreiben oder zu sprechen ist ein von Anfang an zum Scheitern verurteiltes Unterfangen, da man die Achtsamkeit nicht in Worte und endliche Formen packen kann. Das ist so mit all dem, was von Natur aus formlos, essenziell und spirituell ist: Liebe, Mitgefühl, Dankbarkeit...

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HumanFlow Burnout Therapiezentrum

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