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FlowLetter 74: Change

Vor Kurzem erzählte mir ein guter Freund über ein Nahrungsergänzungsmittel, das von einem Moment zum nächsten sein Leben grundlegend verändert hatte. Auch ich habe die Erfahrung plötzlicher innerer Veränderung bisher zweimal in meinem Leben machen können: zwei Momente, die mir eine derart emotionale Wendung verpassten, dass es sich für viele Jahre anfühlte, wie ein Leben davor und ein Leben danach. Ein Paradigmenwechsel.

Auch bei unseren Klienten kann ich diesen plötzlichen, anhaltenden Wandel manchmal (ca. 1 aus 200 Personen). Diese Art von Veränderung geschieht wie von unsichtbarer Hand geführt. Sie ergreift, berührt und macht mit einem etwas Gewaltiges. Es gibt jedoch noch eine andere Art von Veränderung, nämlich die, die du herbeiführst. Sie kommt nicht einfach so daher, passiv. Du kreierst sie, aktiv. Sie ist das natürliche Resultat eines längeren Prozesses mit einem Anfangsteil, dem Start, einem Mittelteil, dem eigentlichen Veränderungsprozess und einem Endteil, dem Ankommen, bis eben die nächste Veränderung beginnt. Sie hat im Kern weniger mit Kraft von außen und mehr mit der Kraft von innen zu tun. Sie fließt von innen nach außen.

Die Voraussetzung für diese Art aktiver Veränderung ist, dass du mit ihr beginnst. Genau darüber handelt dieser Flowletter. Aus meiner Coaching-Erfahrung der letzten Jahre, ist die wohl wichtigste Zutat für eine gewünschte Veränderung, deine Bereitschaft für sie. Es gibt fünf Ebenen von Bereitschaft.

FÜNF EBENEN VON BEREITSCHAFT

Die erste Ebene ist, dass du nichts verändern möchtest. Das ist eine Möglichkeit, die dir über deinen freien Willen jederzeit zur Verfügung steht. Die zweite Ebene ist, dass du etwas verändern möchtest, jedoch nicht bereit bist etwas dafür zu tun. Du sprichst und denkst über Veränderung nach, regst aber keinen Finger für sie und denkst, dass der erhoffte »Change« irgendwie von alleine erfolgt. Es ist wie mit der Ehefrau, die vor ihren Freundinnen jahrelang über ihren Ehemann klagt und von Scheidung spricht, sich jedoch nur im Geiste trennt.

Wenn du Veränderung möchtest, aber nur bereit bist ein Minimum dafür zu geben, das ist die dritte Ebene der Bereitschaft. Die Person ist inspiriert, macht 10 Mal etwas Neues, fällt dann aber wieder zurück in den alten Trott. Die Gedanken tönen: »Klappt sowieso nicht, kann oder schaffe ich nicht, die anderen erlauben es nicht, etc.« Es scheint, als ob sich die Person wirklich um Veränderung bemüht. Es ist jedoch nicht genug, mehr ein »machen-als-ob«, als Wirklichkeit. Ein halber Versuch des Schöpfens, oft gesteuert durch das Unterbewusste.

Schöpferische Veränderung beginnt ab »Ebene 4«. Hier hast du dich für die Veränderung entschieden, gibst und machst tagtäglich dein momentan Bestes für einen Zeitraum von 1-6 Monaten in die neue Richtung, auch wenn du dich dabei oft wie ein Amateur und Anfänger fühlst.  So lange dauert es nämlich bei vielen der inneren Skills und Haltungen, um sie neu zu erlernen, zu verstehen, zu integrieren und in den Windungen des Gehirns, des Verhaltens, der Gedanken und Gefühle zu verankern. Bei manchen komplexen Fähigkeiten, wie der Anfang in einem neuen Job, mit neuem Wissen, neuen Menschen, neuen Erfahrungen, dauert der Weg vom Amateur zum Profi sogar noch länger. Keiner kann das große Neue einfach so, auch wenn dies nicht wenige vortäuschen.

Damit du in eine bleibende und nachhaltige Veränderung von alten Mustern kommst, brauchst du wenigstens die Bereitschaft von »Ebene 4«. Noch leichter funktioniert jedoch »Ebene 5«. Auf dieser Ebene gibst und machst du, was es braucht und so lange es dauert, um die Veränderung zu bewirken. In dir ist die Veränderung bereits passiert und du setzt sie nur noch äußerlich um. Nichts kann dir widerstehen, keine alten Gewohnheiten, keine Bequemlichkeit, keine Stimmung, keine Zeit und keine Zweifel. Du gehst in »Change«.

WARUM VERÄNDERUNGSPROZESSE SCHEITERN

Viele Veränderungsprozesse scheitern daran, dass die Person sich unbewusst noch nicht wirklich für eine reale Veränderung, einschließlich der Handlung dafür, entschieden hat. Denn für diese Art von innerem Wandel braucht es Mut und eine Ausrichtung für Tage, für Wochen, für Monate und manchmal für Jahre. In dieser hohen Bereitschaft ist eine kreative Veränderung sicher, auch wenn die Person die genauen Früchte der Handlung nicht in der Hand hat und anfangs nicht weiß.

Die Kraft, welche deiner Veränderung entgegensteht, ist groß und mächtig. Sie ist der Berg der Gewohnheit. Sie ist das, was du jahre- und jahrzehntelang eingeübt, chemisch, neurologisch, psychisch und körperlich eingeprägt hast. Der alte Berg bietet Halt und Sicherheit. Der neue Hügel nicht, noch nicht. Alte Muster und Regeln können verändert werden, aber es braucht deine unbedingte, langfristige Bereitschaft. Bei Ebene 1-3 ist die Bereitschaft für Veränderung noch nicht reif, erst bei Ebene 4 und 5. Dort beginnt deine individuelle Schöpferkraft.

Egal, wo du momentan stehst, wichtig ist nur, dass du ehrlich mit dir selbst bist. Wenn du ehrlicherweise auf Ebene 1-3 bist, erkenne es und nehme es an, denn es ist komplett in Ordnung. Du stehst da, wo du momentan stehst und musst nichts faken. Erwarte hier jedoch keine nachhaltige Veränderung, außer vielleicht einem kurzen Schwingen in die Richtung, in die du gehen möchtest. Kurz darauf schwingt es wieder zurück zum Alten. Oder es kommt manchmal ein magischer Moment des plötzlichen Wandels, der alles ändert. Auch das ist möglich, aber eben nicht in deiner Hand und nicht erschaffen durch dich.

Wir alle kennen alle fünf Ebenen der Bereitschaft. Ich habe das Glück oft mit Menschen arbeiten zu dürfen, die bereit sind aus Unruhe, Starre oder Krise ihr Bestes zu geben oder einfach das zu machen, was es braucht. Die nicht zögern, die nicht anhalten, nicht aufgeben, die glauben und die sich Schritt für Schritt verändern, auch wenn es Jahre braucht. Es lohnt sich.

Sie erinnern mich an das Potenzial der Veränderung zum Guten, das in jedem von uns existiert, egal wie alt, wie arm, wie alleine, wie krank oder wie verloren wir sind. Es braucht diese Bereitschaft, die auch bei Regen nicht erlöscht, weil sie brennt und brennt und brennt…
Sie glimmt auch in dir.

Alles ist Energie.

 

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Ihr Falk Mieschendahl

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